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Kwasniok will als Paderborn-Trainer "eigene Spuren hinterlassen"

IMAGO / Jan Huebner

Seit zwei Wochen steht fest, dass Lukas Kwasniok der neue Trainer des SC Paderborn wird und das Amt von Steffen Baumgart übernimmt. Am Montag wurde der 39-Jährige bei einer Pressekonferenz offiziell vorgestellt. Wie er seine neue Aufgabe angehen will.

Keine Ausstiegsklausel im Vertrag

Eine in der heutigen Zeit wichtige Frage konnte Lukas Kwasniok zu seiner Freude schnell und eindeutig beantworten: "Eine Ausstiegsklausel gibt es nicht. Das war nie Teil der Vertragsgespräche", erklärte der Deutsch-Pole, der zuletzt den Drittligisten 1. FC Saarbrücken trainiert hatte auf der Pressekonferenz, die nach langer Zeit nicht digital, sondern mit anwesenden Pressevertretern war. Sollte Kwasniok mit seinem neuen Team also übermäßig erfolgreich sein und andere Klubs auf sich aufmerksam machen, bleibt er also definitiv bis zum Ende seines Zwei-Jahres-Vertrags. 

Ablenkungen durch aufkommende Gerüchte sollte es also keine geben, wenn er sich aufmacht, "voller Demut und Dankbarkeit", seine Spuren in Ostwestfalen zu hinterlassen. "Ich übernehme keine Mannschaft, die ich erstmal dazu treiben muss, gegen den Ball zu arbeiten. Sondern es ist Teil ihrer DNA", so Kwasniok. Dieses Element wird ähnlich zu dem seines Vorgängers Steffen Baumgart sein, der den Verein Richtung Köln verlassen hatte. Kwasniok wolle dem Spiel aber "einen Hauch mehr Pragmatismus" einhauchen. "Es geht nicht darum, jede Minute zu jagen, sondern sich die Zeitpunkte herauszusuchen". Denn der Kräfteverschleiß sei über eine Saison gesehen sonst zu hoch. Sein Ziel: "Es sollen alle wissen, dass es eklig ist, gegen den SCP zu spielen. Das geht nur, wenn ich Begeisterung in die Mannschaft trage."

"Da hilft jammern nichts" 

Natürlich wurde der neue Coach immer wieder zu seinem Vorgänger befragt, der in vier Jahren "tolle Arbeit geleistet" hatte, meinte Kwasniok. "Er hat hier ein tolles Fundament geschaffen. Unsere Aufgabe ist es dennoch, Dinge anzupassen und neue, markante Punkte zu schaffen. Eigene Spuren zu hinterlassen." Auf die Parallelen in der Art des Coachings mit Baumgart angesprochen, sagte Kwasniok: "Ich würde mich nicht als passiven und ruhigen Trainer bezeichnen. Aber ohne Zuschauer hat der zwölfte Mann gefehlt, ich habe diese Rolle bewusst eingenommen. Das verändert sich mit Zuschauern. Da bist du einen Hauch sachlicher und zurückhaltender. Da bist du eher mit Inhalt als mit Emotionen beschäftigt."

Nach einer nur kurzen Pause geht es Mitte Juni in die Vorbereitung mit seinem neuen Team. Für den 16. Juni ist der erste Corona-Test angesetzt. Das weitere Vorgehen in der Vorbereitung möchte der Klub am Dienstag bekanntgeben. Klar ist, dass es ein Trainingslager geben soll und der letzte Test vor dem Saisonstart gegen Erstligist Borussia Mönchengladbach stattfindet. Dass er nur etwas mehr als zwei Wochen Zeit hat, sich auf die neue Aufgabe vorzubereiten, sei nicht optimal. Aber: "Wir können es nicht ändern. Die Situation ist so. Da hilft jammern nichts." Doch es helfe dabei, "wenn du das, was du tust, liebst, es nicht als Beruf siehst". Und das war für Kwasniok bisher noch nie ein Problem.