Martin Männel: Aues fehlender Rückhalt

Martin Männel, Veilchen-Kapitän, ist seit seiner schweren Ellenbogenverletzung im Heimspiel gegen Arminia Bielefeld zum Zuschauen verdammt. Im Abstiegskampf fehlt den Veilchen ihr Leader und Leistungsträger, erst in der Rückrunde kann der 28-Jährige wieder im Kasten stehen.

Zwei Operationen und Reha in Donaustauf

Am 6. Spieltag, mitten in der ersten Hälfte verletzte sich Martin Männel schwer, Armine Christoph Hemlein war mit Männel bei einer Ecke unabsichtlich zusammengestoßen. Der Keeper der Auer kugelte sich dabei den linken Ellenbogen aus und musste sofort ausgewechselt werden. Das Spiel geriet in den Hintergrund, Aue holte noch einen Punkt, für den verletzten Torhüter war Eigengewächs Robert Jendrusch in die Partie gekommen. Männel musste daraufhin zweimal operiert werden, schon am nächsten Tag war klar, das Jahr war für den Dienstältesten der Veilchen gelaufen. Schlimmer hätte es die Auer nicht treffen können, Männel spielt seit über acht Jahren im Erzgebirge, ist die unumstrittene Nummer eins und Liebling der Fans. Er ist die wohl wichtigste Säule im Kader der Veilchen. Mittlerweile trainiert Martin wieder am Ball, jedoch noch mit angezogener Handbremse, dafür aber schmerzfrei. Seine Reha absolvierte Männel in Donaustauf, in der Klinik, in der sich auch viele Nationalspieler behandeln lassen. Geholfen hatte ihn dabei Bundestorwarttrainer Köpke, dessen Sohn bekanntlich in Aue spielt, er kümmert sich um einen Rehaplatz für Männel. Zum Rückrundenauftakt zuhause gegen Heidenheim Ende Januar will der Kapitän seine Mannschaft wieder aufs Feld führen.

Überforderte Stellvertreter

An Ersatzmöglichkeiten mangelte es im Lößnitztal nicht, Aue hatte mit Maik Ebersbach vor der Saison einen Keeper aus der Regionalliga verpflichtet und mit Mario Seidel und Robert Jendrusch zwei junge Talente in der Rückhand. Letzterer saß gegen Bielefeld auf der Bank und kam somit zu seinem Liga-Debüt. Gegen Karlsruhe und Bochum stand Jendrusch ebenfalls im Tor, jedoch fehlte ihm noch die Ruhe und Sicherheit und nach drei Spielen mit sieben Gegentoren, sahen sich die Verantwortlichen gezwungen einen neuen Ersatz zu holen. Mit Daniel Haas verpflichtete man einen bundesligaerfahrenen und routinierten Schlussmann, der zuletzt für Union Berlin am Ball war. Doch auch mit Haas konnte die Gegentorflut nicht eingedämmt werden, ihm fehlte ebenfalls die Sicherheit und das Selbstvertrauen, ausgerechnet gegen seinen Ex-Verein unterlief ihm ein schwerer Fehler, der Aue auf die Verliererstraße schickte. 19 Gegentore kassierte Aue seit der Verletzung von Männel, mit ihm waren es in sechs Spielen gerade einmal acht, mehr als ein Tor mehr pro Spiel im Schnitt . der Hauptgrund für die sportliche Misere im Erzgebirge. Der Abwehr fehlt die Führung und der Rückhalt Männels. Aue schafft es nicht mehr zu Null zu spielen, sowohl Jendrusch, als auch Haas haben noch keine weiße Weste.

Schwere Aufgaben bis zum Jahreswechsel

Doch bis zur Rückrunde muss die Mannschaft noch ohne Kapitän Männel auskommen und dringend die nötigen Punkte im Kampf um den Klassenerhalt einfahren. Am Freitag müssen die Auer auswärts gegen Mitaufsteiger Würzburg ran, im letzten Jahr hatten die Veilchen dort mit 0:1 verloren. Im Dezember folgen dann drei Spiele gegen die ehemalige Bundesligisten Stuttgart, Lautern und Düsseldorf.

Das könnte Sie auch interessieren

Auch interessant

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"