Mentale Probleme: 96-Profi Ezeh nach Ausraster in Psychiatrie

Große Sorgen um Brooklyn Ezeh: Der Abwehrspieler von Hannover 96 kämpft offenbar mit psychischen Problemen und steht nach einem gewalttätigen Ausraster an einem Scheideweg seiner Karriere. Sein Verein sicherte dem Deutsch-Nigerianer Unterstützung zu.

Unterbringung in "geschlossener Einrichtung“

Rückhalt durch sein Umfeld kann Ezeh derzeit gut brauchen. Abgesehen vom privaten Auslöser seiner Schwierigkeiten sieht sich der Verteidiger mit schweren Anschuldigungen konfrontiert. Unmittelbar nach seiner akuten Krise wurde Ezeh zudem auf ärztliche Anordnung "in einer geschlossenen Einrichtung untergebracht“, wie die Bild-Zeitung aus einer Mitteilung der Polizei zitierte.

Aus der gleichen Quelle ist bisher ein nervlicher Zusammenbruch des Profis vom Dienstag bekannt. Offenbar "verwirrt“, so die Polizei, soll Ezeh auf der Zugfahrt von Wiesbaden nach Hannover im ICE 370 randaliert, andere Fahrgäste am Ausstieg gehindert und einen Laptop beschädigt haben.

Die alarmierte Bundespolizei brachte den 22-Jährigen nach der Ankunft des Zuges in Hannover zur Feststellung der Personalien auf die Bahnhofswache. Auf dem Revier verhielt sich Ezeh mutmaßlich weiter "hoch aggressiv“, wie weiter mitgeteilt wurde. „Aufgrund seines psychisch auffälligen Verhaltens“, so der Wortlaut des weitreren Polizeiberichts, "wurde eine Ärztin zur Feststellung der Gewahrsamsfähigkeit gerufen. Als die Ärztin auf der Wache eintraf und die Zelle geöffnet wurde, drehte der Mann dann durch. Er griff die Beamten an, spuckte ihnen ins Gesicht und trat und schlug um sich.“ Daraufhin sei die Einweisung angeordnet worden.

Nasch ihren eigenen Angaben ermittelt die Polizei gegen Ezeh wegen "Sachbeschädigung, Körperverletzung und tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte“. Der ursprüngliche Verdacht auf Drogenmissbrauch bestätigte sich nicht.

Probleme im Vorfeld offenbart

Ezeh befand sich auf der Rückfahrt von seiner Ex-Freundin. Seine „erhebliche mentale Belastung“ durch die Trennung hatte der Spieler erst kürzlich gegenüber seinem Verein eingeräumt. Ezeh "wurde zunächst aus dem Trainingsbetrieb herausgenommen und seitens Hannover 96 fortlaufend eng begleitet und unterstützt“, teilte der Klub am Mittwoch mit.

Sportlich hatten sich Ezehs Hoffnungen seit seinem Wechsel von Aufsteiger SV Wehen Wiesbaden zu Saisonbeginn an die Leine auch noch nicht erfüllt gehabt. Der gebürtige Hamburger gehörte bei seinen erst sieben Einsätzen nur einmal zur Anfangsformation der Niedersachsen.

Hannovers Sportdirektor Marcus Mann sicherte Ezeh vollen Rückhalt zu: "Brooklyn bekommt von uns alle Zeit, die er benötigt. Er kann sich unserer vollen Unterstützung sicher sein.“ Zugleich bat der Verein "um große Sensibilität“ bei der weiteren Begleitung der Situation durch die Öffentlichkeit.

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