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Millionenverlust und Etatsenkung: SVD trotzdem finanziell sorglos

© imago images / Jan Huebner

Der SV Darmstadt 98 konnte sich in der Endtabelle der 2. Bundesliga noch bis auf drei Punkte an den Drittplatzierten aus Heidenheim heranpirschen. Ein sportlicher Erfolg, den es auch in Zukunft dank einer soliden Wirtschaft geben soll. Trotz eines Millionenminus muss sich der Klub laut Präsident Rüdiger Fritsch keine Sorgen machen.

Spieleretat um 1,5 Millionen gesenkt

SVD-Präsident Rüdiger Fritsch konnte in den vergangenen Wochen wohl beruhigter schlafen, als viele seiner Kollegen in anderen Klubs. Darmstadt musste in der spielfreien Zeit aufgrund der Corona-Pandemie nicht über eine Insolvenz nachdenken, was der Verein seiner soliden Wirtschaft zu verdanken hat. Gänzlich spurlos ging die Situation aber auch nicht an den Lilien vorbei, wie der Präsident im "Kicker" vorgibt: "Wir werden ans Sparbuch gehen müssen, doch immerhin haben wir eins. Wir sind sehr stabil und zukunftsfähig."

Dieses Denken bestätigt sich auch in der aktuellen Zukunftplanung der Lilien. Mit dem fünften Platz, nur drei Zähler hinter Heidenheim, schloss man die Saison sportlich hervorragend ab. Trotzdem wird der Verein den Spieleretat senken: Statt 13 Millionen Euro wird Sportdirektor Carsten Wehlmann im besten Fall wohl nur noch 11,5 Millionen für den Kader zur Verfügung haben. Grund dafür sind Einbußen in den Medienerlösen und bei den Zuschauereinnahmen. Bis zu vier Millionen Euro gehen dabei verloren.

Fritsch behält Gesamtbild im Auge

Allein zwei Millionen Euro werden die Darmstädter bei den TV-Erlösen hinnehmen müssen, in der Kalkulation für die kommende Saison geht der Klub von Spielen ohne Zuschauern bis zum Ende des Kalenderjahres aus. Darf das Publikum früher zurück auf die Ränge, wird die finanzielle Aussicht besser. Dass sich Fritsch auf die SVD-Fans verlassen kann, betont der Präsident ebenso: "Die vielfach angesprochene Solidarität wurde uns so mit Fakten vor Augen geführt. Das war ein großer Beitrag."

Nun muss trotzdem im Profi-Bereich, der den größten Kostenpunkt darstellt, gespart werden. "Es hilft uns nicht, wenn wir auf der Geschäftsstelle keine Bananen mehr auslegen", erklärt Fritsch, der das Gesamtbild im Auge behält. Laufende Sponsorenverträge bleiben vermutlich unberührt, sodass die Zahlungen daraus auch nach der Coronakrise ohne Veränderung bestehen werden. Fraglich ist aber, wie sich die Wirtschaft im Allgemeinen entwickelt und wer sich teure Fußball-Sponsorings leisten kann. Der SVD-Präsident ist sich sicher: "Wir werden da in den nächsten Jahren mit kleineren Brötchen leben müssen. Nicht nur wir, der gesamte Fußball."