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Nach Freistellung: Cenk Sahin trainiert bei Istanbul Basaksehir

Gestern suspendierte der FC St. Pauli Cenk Sahin aufgrund dessen Solidarisierung mit türkischen Kriegshandlungen, schon heute verkündete der Mittelfeldmann den Einstieg in den Trainingsbetrieb bei Ex-Klub Istanbul Basaksehir. Im Rahmen der Bekanntmachung des Arrangements gab Sahin zudem ein Statement ab, das nicht auf Reue schließen lässt. 

Sahin-Rückkehr nach Istanbul

Am vergangenen Donnerstag solidarisierte sich Cenk Sahin in einem Instagram-Post mit der türkischen Militäroffensive im Norden Syriens. Besonders in der Fanszene des Kiezklubs rief die Aktion vehemente Proteste hervor, eine Suspendierung des Türken wurde gefordert. Eine knappe Woche später stand fest: St. Pauli stellt Sahin trotz bis 2023 laufenden Vertrages frei. In einer Vereinsmitteilung hieß es: "Nach zahlreichen Gesprächen mit Fans, Mitgliedern und Freund*innen, deren Wurzeln in der Türkei liegen, ist uns bewusst geworden, dass wir differenzierte Wahrnehmungen und Haltungen aus anderen Kulturkreisen nicht bis ins Detail beurteilen können und sollten."

Gleichzeitig sei jedoch klar: "Ohne jegliche Diskussion und ohne jeglichen Zweifel lehnen wir kriegerische Handlungen ab. Diese und deren Solidarisierung widersprechen grundsätzlich den Werten des Vereins." Nach der Verkündung der Freistellung machte sich Sahin offenbar umgehend auf den Weg in Richtung Türkei. Auch das konkrete Ziel ist nun bekannt: Istanbul. Dort hält sich der 25-Jährige bis auf Weiteres bei seinem Ex-Klub Istanbul Basaksehir fit – mit Erlaubnis des FC St. Pauli.

"Cenk hat ein sehr berechtigtes Anliegen gepostet"

Bei Basaksehir, das als Lieblingsklub von Türkei-Präsident Erdogan gilt, wurde Sahin mit offenen Armen empfangen. Laut "Bild"-Bericht veröffentlichte der Verein auf Instagram ein Gespräch zwischen Vereinschef Göksel Gümüsdag und dem Rückkehrer. "Unser Bruder Cenk", so der Präsident, "hat ein sehr berechtigtes Anliegen gepostet. Wir als türkisches Volk halten bei nationalen Fragen immer zusammen und sind stolz auf den emotionalen Post von Cenk."

Entsprechend herzlich sei der Spieler beim türkischen Vizemeister willkommen. Sahin selbst drückte seine Dankbarkeit aus – und scheint seinen Post nicht im Geringsten zu bereuen. So nahm er unter anderem Bezug auf einen militärischen Gruß einiger türkischen Nationalspieler: "Ich war sehr stolz darauf, als nach dem Tor gegen Frankreich die Spieler salutierten."