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Nach Last-Minute-Gegentor: Fortuna-Fans stürmen auf den Platz

IMAGO / Kirchner-Media

Unschöne Szenen am Ende der Partie zwischen Fortuna Düsseldorf und dem 1. FC Kaiserslautern (1:2) am Freitagabend: Nach dem Last-Minute-Siegtor für den FCK stürmten einige Fortuna-Fans auf den Platz und wollten dabei auf die jubelnden Lautrer losgehen. Zu einem Übergriff kam es aber nicht.

Von Jubel provoziert?

Grenzenlos war er, der Jubel bei den Spielern des 1. FC Kaiserslautern, als Philipp Klement in der sechsten Minute der Nachspielzeit einen Elfmeter verwandelte – vorausgegangen war ein Foul von Karbownik an Lobinger – und die Roten Teufel damit zum Sieg schoss. Eine Handvoll Fortuna-Anhänger fühlte sich durch den Jubel direkt vor der Fankurve offenbar provoziert, öffnete ein Fluchttor, lief in Richtung Platz, rüttelte an der Werbebande, sprang teilweise darüber und wollte wild gestikulierend auf die FCK-Spieler losgehen.

Zu einem Übergriff kam es zwar nicht, da Spieler beider Mannschaften, darunter Jean Zimmer und Robin Bormuth als Ex-Düsseldorfer, schlichten konnten und sich die Lautrer nicht provozieren ließen und ruhig blieben. Allerdings wurde Aaron Opoku von einem Gegenstand im Gesicht getroffen. Nach wenigen Augenblicken wurden die Fans – auch durch Mithilfe von Ordnern, Spielern und anderer Fortuna-Anhänger – auf die Tribüne zurückgedrängt. Verletzt wurde niemand.

Allofs widerspricht Zimmer

"Da standen schon vier, fünf Fans mit Schlagstöcken da", schildert Zimmer in der "Rheinischen Post" und betont: "Jeder weiß, dass wir keine unfaire oder asoziale Mannschaft sind. Und dass wir dort nicht gejubelt haben, um jemanden zu provozieren. Wir standen dort, weil dort auch der Elfmeter ausgeführt wurde. Da muss man nicht so maßlos übertreiben." Trainer Dirk Schuster sprach zwar ebenfalls davon, dass die Aktion "grenzwertig" gewesen sei, meinte damit aber auch das Verhalten der eigenen Spieler: "Meine Spieler hätten den Torjubel in der 95. Minute anders lösen können."

Auch Fortunas Sportvorstand Klaus Allofs teilte die Auffassung des früheren Düsseldorfs nicht: "Jean sollte den Ball flach halten. Die Lauter haben sich vor der Kurve aufgebaut. Sie haben bei der Situation zumindest das Streichholz in der Hand gehabt. Und wir müssen es auch nicht dramatischer machen, als es war." Als Entschuldigung für die Reaktion der eigenen Anhänger will der 65-Jährige das aber nicht verstanden wissen: "Ich sage es ganz klar: Die Fans haben da nichts zu suchen. Dafür habe ich kein Verständnis."

"Das geht von beiden Seiten nicht"

Tim Oberdorf hingegen schon – zumindest teilweise: "Ich kann es bedingt nachvollziehen, wenn man so provoziert wird, das Lautern-Team hat ja auch einen gewissen Ruf", sagt er in der "Bild"-Zeitung. "Ich will es nicht schönreden, aber für mich gehören Emotionen immer noch dazu und es ist ja auch keinem was passiert." Deutlichere Worte fand Torhüter Florian Kastenmeier: "Das geht von beiden Seiten nicht. Es geht nicht, dass die Lauterer da vor unserer Kurve feiern. Das hat etwas mit Respekt und Anstand zu tun. Das geht von unseren Jungs aber natürlich auch nicht, dass sie da plötzlich halb auf dem Platz stehen. Sie haben dann aber zum Glück selber gemerkt, dass sie uns damit nur schaden."

Auch F95-Trainer Daniel merkte an, "dass alle versucht haben, die Situation schnell wieder zu beruhigen. Emotionen kochen hoch. Das waren zu viele Emotionen – nicht gut. Aber wenn alle gut aus der Nummer rausgekommen sind und sich niemand verletzt hat, dann darf man vielleicht auch mal zwei Augen zudrücken." Der DFB wird das jedoch kaum tun – und eine hohe Geldstrafe gegen die Rheinländer aussprechen.