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Nachlass von WM-Held Horst Eckel wird versteigert: "Sache des Stolzes"

© IMAGO / Jan Huebner

Vor fast zehn Monaten verstarb Fußball-Ikone Horst Eckel im Alter von 89 Jahren. Nun soll der Nachlass des Weltmeisters von 1954 versteigert werden, wie die Familie entschied. Das Geld wird für die Pflege von Eckels Witwe benötigt.

"Es wird nicht mehr reichen"

Horst Eckel wird für alle Ewigkeiten eine Legende am Betzenberg bleiben. Doch von seinem Heldenstatus alleine kann Familie keine Rechnungen bezahlen. Am 9. November soll daher eine Auktion stattfinden, bei der Eckels Nachlass versteigert wird. Über 500 Einzelstücke – darunter auch die vollständige Sportbekleidung von Eckels Auftritt im WM-Endspiel 1954 gegen Ungarn (3:2) – gehören dazu. Ein Leihvertrag für das Endspieltrikot mit dem Deutschen Fußballmuseum wurde bereits vorzeitig gekündigt, was rechtlich geprüft werden soll. Wie der "Kicker" berichtet, will Familie Eckel insgesamt nur wenige Stücke behalten. Briefe von Sepp Herberger an Horst Eckel bleiben beispielsweise im Familienbesitz.

"Papa hat immer für die Familie gesorgt. Aber sie sind nicht davon ausgegangen, dass sie beide Pflegefälle werden", begründet Tochter Dagmar Eckel, wieso sich die Familie zu diesem Schritt entschieden haben. Der nötige Umbau des Elternhauses und Pflegekosten sind finanziell große Anstrengungen für die Eckels. "Es ist wohl durchdacht und der richtige Weg für die Familie. Jeder finanzielle Hintergrund schwindet irgendwann. Es wird nicht mehr reichen", erklärt Dagmar Eckel. "Das Geld aus der Versteigerung landet komplett auf dem Konto meiner Mutter."

"Ich kann es nicht stemmen"

Möglicherweise geht die komplette Sammlung an einen Einzelbieter, wie beispielsweise ein öffentliches Museum oder einen Privatinvestor. Andernfalls werden die Einzelstücke separat an die Meistbietenden vergeben – zu einem Gesamterlös von 280.000 Euro, wie sich die Familie Eckel erhofft. So hoch ist auch der Startpreis für die Sammlung angesetzt. Dass es für diesen Schritt auch Kritik geben wird, darauf hat sich Dagmar Eckel bereits eingestellt: "Es ist sehr emotional für mich und eine Sache des Stolzes. Mich kann Negatives aber nicht erschüttern. Ich kann es nicht stemmen, ich muss die Dinge verkaufen. Ich habe ein reines Gewissen." So wird am Ende wohl noch einmal Horst Eckel seine Witwe Hannelore und die Familie unterstützen.