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Neue Regelungen für Stadionzutritt – 2G auch für die Spieler?

IMAGO / foto2press

Angesichts der drastisch steigenden Infektionszahlen haben sich Bund und Länder auf neue Grenzwerte für die Anwendung von 2G und 2G-Plus verständigt, die unter anderem beim Stadionbesuch zur Anwendung kommen werden. Derweil wird geprüft, ob 2G künftig auch für die Spieler gilt.

Bundesweiter Sport-Lockdown vom Tisch

Ausschlaggebend ist künftig nicht mehr die 7-Tage-Inzidenz, sondern die Hospitalisierungsinzidenz. Der Wert gibt auf 100.000 Menschen gerechnet an, wie viele Corona-Infizierte in den vergangenen sieben Tagen ins Krankenhaus eingewiesen werden mussten. Legt die Hospitalisierungsinzidenz über 3, gilt in einem Bundesland flächendeckend 2G. Bei einem Wert über 6 gilt 2G-Plus, sodass Geimpfte und Genesene zusätzlich einen negativen Test benötigen. Bei einer Hospitalisierungsinzidenz über 9 sollen die Landtage weitere Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen beschließen können. Unter 18-Jährige und Personen, die nicht geimpft werden können, sind von der 2G-Regel ausgenommen. Sobald die entsprechenden Werte fünf Tage in Folge unterschritten werden, kann von den entsprechenden Maßnahmen wieder abgesehen werden.

Ein bundesweiter Sport-Lockdown ist aber vom Tisch. Im neuen Infektionsschutzgesetz, das der Bundestag am Donnerstag verabschiedet hat, heißt es nach "Sportschau"-Angaben: "Eine Ausübung des Sports darf nicht untersagt werden." Das Gesetz muss noch vom Bundesrat bestätigt werden. Sollte es in Kraft treten, gilt es bis zum 19. März. Die Länder erhalten durch eine bestimmte Klausel aber die Möglichkeit, schärfere Maßnahmen als die vom Bund festgelegten Rahmenmöglichkeiten beschließen zu können. So denkt Sachsen etwa über einen neuerlichen Lockdown nach, der auch ein Verbot von Großveranstaltungen – und damit Geisterspiele – bedeuten würde. Am Freitag will die Landesregierung darüber entscheiden.

Länderchefs prüfen 2G-Regel auch für Spieler

Derweil könnte die 2G-Regel künftig auch für Spieler gelten. So verriet Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrick Wüst am Donnerstag, dass diese Regelung eines der besprochenen Themen auf der Konferenz der Länderchefs am Nachmittag gewesen sei. Demnach sei man sich "sehr schnell einig gewesen, dass wenn Zuschauer 2G beachten müssen, dass auch für Profis gelten soll", so der CDU-Politiker. Allerdings sei noch unklar, ob sich dieser Beschluss auch für Profisportler bei ihrer Berufsausübung durchsetzen lasse, so Wüst. "Die Rechtslage war klar, ob wir das umgesetzt kriegen, das müssen wir jetzt prüfen." Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte zuletzt bereits gesagt, dass eine Impfpflicht auch für Fußballprofis ein "Signal auch der Einheit von Spielern und Fans" sein könne.

Noch-Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte derweil Bedenken: "Normalerweise ist es so, dass die Arbeitswelt 3G ist und nicht dort 2G verhängt wird." Für den Sport könnte aber wohl eine Sonderregelung geschaffen werden, nachdem zuletzt unter anderem Nationalspieler Joshua Kimmich hohe Wellen geschlagen hatte, weil er sich nicht impfen lassen möchte. Sollte die getroffene neue Regelung in den kommenden Tagen tatsächlich greifen, müssten noch ungeimpfte Spieler entscheiden, ob sie sich die Spritze geben lassen oder in der nächsten Zeit ihre Karriere ruhen lassen wollen.