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"Nicht immer die erste Elf": Härtels Plädoyer nach Hansa-Nullnummer

IMAGO / Eibner

Ein fußballerischer Leckerbissen war das 0:0 zwischen dem abgestiegenen FC Ingolstadt und den gesicherten Rostockern am vorletzten Spieltag wahrlich nicht. Dennoch fand FCH-Coach Jens Härtel durchaus positive Aspekte und hielt ein Plädoyer für mannschaftliche Geschlossenheit.

"Glück gehabt"

Nach der Nullnummer am vergangenen Wochenende, nach der Trainer Härtel bereits zugab, dass die Luft ein wenig raus sei, folgte prompt das nächste 0:0. Beim Auswärtsspiel beim Absteiger aus Ingolstadt sollten erneut keine Treffer fallen. So sah Jens Härtel ein "enges Spiel, was in beide Richtungen hätte kippen können", wie er auf der Pressekonferenz am Samstagnachmittag kundtat. Die "klareren Chancen" sah er dabei beim Gastgeber, dessen Situation er allem voranstellte. Es sei "für Ingolstadt ein trauriger Moment, wenn du dein letztes Heimspiel hast und nächstes Jahr eine Liga weiter unten starten musst", zeigte 52-Jährige ein hohes Maß an Empathie.

Entsprechend sei dem Übungsleiter in der Vorbereitung auf das Spiel, in dem es um nichts weniger als die goldene Ananas ging, bewusst gewesen, dass die Schanzer "nochmal alles raushauen werden" – und genauso "hochmotiviert" zeigten sie sich auch. Wie schon in der Vorwoche gegen Paderborn war es hauptsächlich Keeper Kolke zu verdanken, dass auch in der eigenen Defensive die Null stand. Symbolisch die Parade des Schlussmanns in der Nachspielzeit, als der Kapitän gegen Gebauer aus kurzer Distanz retten konnte (90.+1.). Ganz unverblümt gab dann auch Härtel zu, dass Hansa an diesem Samstag "Glück gehabt" habe.

Chancen, um sich zu zeigen

Dennoch konnte der Trainer mit der Punkteteilung am Ende "ganz gut leben". So stand das Ergebnis doch irgendwie nur an zweiter Stelle. Viel mehr war Härtel darauf erpicht, auch die zweite Reihe nochmal auszuprobieren. Sechs Wechsel im Vergleich zur Vorwoche nahm der Coach vor und wollte so "Jungs Spielzeit geben, die jetzt zuletzt lange nicht oder wenig gespielt haben." Beispielsweise HSV-Leihstürmer Meißner, der mit dem Einsatz beim FCI auf schmale acht Spiele im Hansa-Dress kommt. Zudem feierte Youngster Theo Gunnar Marten sein Debüt. Bei satten 14 auslaufenden Verträgen somit eine Chance für alle, um sich nochmal unter Wettbewerbsbedingungen zu zeigen.

Ein einfaches Geschenk war dies allerdings nicht, war es Härtel wichtig zu betonen. Jeder dieser Spieler habe es "verdient", auf dem Platz zu stehen. Entsprechend schloss er seine Stellungnahme mit einem Plädoyer für mannschaftliche Geschlossenheit ab. "Es ist immer eine gesamte Mannschaft, die diese Ergebnisse einfährt und nicht nur die ersten Elf", betonte er. Bei einer Saison, die vorzeitig mit dem Klassenerhalt gekrönt wurde, kann diese Mannschaft nicht allzu schlecht gewesen sein. Am kommenden Wochenende wird die Spielzeit dann mit einem Spiel gegen den nördlichen Rivalen des HSV abgeschlossen, für den es dann aber noch um einiges geht. "Schauen wir mal auf nächste Woche", schloss Härtel dann endgültig ab.