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"Nicht zu viel von außen heranlassen" – FCN vor Kellerduell gegen Bielefeld

© IMAGO / Zink

Nürnberg-Coach Robert Klauß wollte auf der Pressekonferenz vor dem richtungsweisenden Heimspiel gegen den Viertletzten Bielefeld gar keinen Hehl daraus machen, dass diese Partie eine größere Bedeutung besitzt als andere. Nach zwei Niederlagen in Folge und dem eklatanten Leistungsabfall am Freitag vor einer Woche in Braunschweig steht das Team in der Pflicht zu liefern – und das über zwei Halbzeiten wohlgemerkt.

"Reserven" in der Kontersicherung und im "emotionalen Coaching"

Viele Nürnberger Anhänger dürften am vergangenen Freitagabend ein Déjà-vu-Erlebnis gehabt haben. Da liefert das Team zwei grundverschiedene Halbzeiten und keiner weiß warum. Diesmal führten die "Glubberer" in Braunschweig mit 2:1, verloren fortan defensiv den Faden und gaben das Spiel mit 2:4 komplett aus der Hand. Und das gegen den bis dato sieglosen Tabellenletzten. Dementsprechend war am Wochenende nach dem Spiel zwischen Trainer Klauß und Sportvorstand Dieter Hecking intensive Ursachenforschung angesagt, warum das Team wieder einmal in einer Halbzeit ein vollkommen anderes Gesicht zeigte als in der anderen.

Als ein Erklärungsansatz taugt laut Klauß, dass sich die Spieler zu oft von äußeren Einflüssen wie fraglichen Schiedsrichterentscheidungen oder Fehlern im Spiel aus der Fassung bringen lassen. Klauß appellierte auf der PK mehrfach, dass es dem Team gut täte, "bei sich zu bleiben" und "nicht zu viel von außen heranzulassen". Denn in Braunschweig fiel das Team speziell bei Kontern aufgrund "fehlender Griffigkeit" wie ein Kartenhaus in sich zusammen – drei der vier Gegentreffer fing man nach Gegenstößen der Gastgeber. Ein Schwerpunkt wurde in der Trainingswoche auf die Kontersicherung gesetzt, um durch klarere Zuteilungen mehr Sicherheit zu erlangen. Weitere "Reserven" sieht Nürnbergs Trainer im "emotionalen Coachen", insbesondere durch die Innenverteidiger. Dies sei verbal und oder durch gelungene Aktionen möglich.

Kapitän Schindler darf wieder von Anfang an ran

In Kapitän und Abwehrchef Christopher Schindler, der nach überstandener Oberschenkelverletzung zuletzt zweimal zunächst auf der Bank saß, steht dafür ein geeigneter Kandidat zur Verfügung, welchem Klauß dank guter Trainingswoche ein Startelf-Mandat aussprach. Ansonsten verringert sich erfreulicherweise das Lazarett (Handwerker, Nürnberger, Schleimer, Duman, Köpke) eher, als dass es wie zuletzt wächst. So befindet sich Duman wieder im individuellen Lauftraining, während Pascal Köpke Teile des Mannschaftstrainings in dieser Woche absolvierte. Ob es nach vier Monaten Verletzungszeit für einen Kaderplatz reicht, scheint jedoch fraglich.

Generell sei es für das Team wichtig, einen guten Mix zwischen Kampf und Fußball auf den Rasen zu bekommen. Gleichzeitig erneuerte Klauß seine Forderung, die Erwartungen herunterzuschrauben. Sicherlich auch den Verletzungen bedingt fehle es dem Team aktuell an "Stabilität". Und ohne diese sei eine Weiterentwicklung der Mannschaft kaum möglich. Ob diese Nüchternheit zu Punkten verhilft, wird sich am Freitagabend, ab 18:30 Uhr zeigen.