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Offene Verfahren eingestellt: Keine Strafen vom DFB-Sportgericht

© Ulrich

Der Kontrollausschuss und das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes reagieren auf die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie und stellen mit sofortiger Wirkung alle offenen Verfahren gegen die Vereine ein, die aus dem bisherigen Kalenderjahr stammen. Folglich werden keine Geldstrafen gegen die Klubs ausgesprochen.

Corona-Krise als Grund

Sämtliche offene Vereinsverfahren, wie beispielsweise das "Abbrennen von Pyrotechnik im Stadion, Zuschauerausschreitungen oder verbotener Banner" werden vom DFB mit sofortiger Wirkung eingestellt. Somit sind alle Vergehen aus dem Kalenderjahr 2020, die noch nicht rechtskräftig abgeschlossen wurde, praktisch getilgt. "Besondere Situationen rechtfertigen besondere Maßnahmen", erklärte Dr. Anton Nachreiner als Vorsitzender des DFB-Kontrollausschusses in einer Mitteilung des Verbandes auf dessen Hompage.

Grund für die Entscheidung sind die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie für die Vereine: "Unsere Vereine erleiden als Folge der Corona-Pandemie erhebliche finanzielle Verluste, gerade durch Spiele, die sie derzeit nur unter Ausschluss der Zuschauer austragen können."

DFB zog Berufung zurück

Schon beim Urteilsspruch gegen den Hamburger SV und dem FC St. Pauli zog der DFB vor rund einem Monat seinen Einspruch zurück. Die Klubs waren gegen das ursprüngliche Urteil vorgegangen und hatten eine Minderung der Strafzahlung erreicht – das wiederum wollte der DFB eigentlich nicht akzeptieren. Dann aber folgte die Kehrtwende aufgrund der Corona-Krise und als Vorsitzender des Sportgerichts betont auch Hans E. Lorenz heute noch: "Der DFB will mit dieser Maßnahme einen Teil dazu beitragen, die angespannte finanzielle Lage der Klubs nicht noch weiter zu belasten."