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Osnabrück zu müde: "Wollten ausnutzen, dass Kiel der Rhythmus fehlt"

© IMAGO / Nordphoto

Der VfL Osnabrück war zu müde, um Holstein Kiel am Samstagnachmittag die Stirn zu bieten. Nach fünf Spielen ind 14 Tagen sah VfL-Cheftrainer Markus Feldhoff den Knackpunkt der Partie im Zustand seiner Mannschaft. Bezeichnend war, dass sich die Lila-Weißen zwei Bälle praktisch selbst ins Netz schossen. Die Lage spitzt sich zu.

Eigentor und Querpass-Lapsus

Niemand wagte zu prognostizieren, wie die Kieler Störche aus der zweiten Quarantäne binnen sechs Wochen heraus starten würde. In Osnabrück war offensichtlich der umgekehrte Fall das Problem, denn die Lila-Weißen wirkten im fünften Spiel in den letzten 14 Tagen nicht sattelfest – körperlich, wie auch mental. "Ich denke schon, dass die Müdigkeit eine große Rolle spielt. Wir haben zuletzt vor 65 Stunden gespielt", versuchte VfL-Cheftrainer Markus Feldhoff unmittelbar nach Abpfiff zu erklären, warum seine Mannschaft den Start in die Partie verpatzte. Eine Ausrede darf es allerdings nicht sein: "Es gilt immer wieder, diese Müdigkeit zu überwinden und in die Zweikämpfe reinzukommen. Das haben wir nicht geschafft."

Noch dazu erwischte Kiel den optimalen Start mit dem ersten Treffer in der 5. Spielminute. Anschließend leistete sich Osnabrück haarsträubende Fehler, die zur 13. Heimniederlage in dieser Saison führten. Per Hacke verwandelte Bashkim Ajdini sehenswert ins eigene Netz, anschließend profitierten die Gäste von einem Querpass-Lapsus vor dem eigenen Strafraum. "Das Spiel war eigentlich entschieden", sah auch Feldhoff eine vernichtende Bankrotterklärung auf dem Platz. Doch die Hoffnung gab der Coach nicht auf, denn die Mannschaft reagierte noch einmal.

"Wille ist erkennbar"

"Über die Reaktion in der zweiten Halbzeit bin ich sehr froh, sehr glücklich. Es war gut, die zweite Hälfte zu gewinnen, um etwas Positives aus dem Spiel mitnehmen zu können", analysierte Feldhoff den Spielverlauf, in dem Sebastian Kerk kurz nach der Pause verkürzte. Doch Kiel spielte seinen Stiefel herunter – wenn auch nicht mehr so souverän, wie es nach der langen Qurantäne zu erwarten war. "Unsere Hoffnung war ursprünglich, dass wir das 0:0 irgendwann ausnutzen können, weil Kiel der Rhythmus fehlt", erklärte Feldhoff den verhaltenen Start außerdem. Die Bestätigung, dass es funktionieren könnte, folgte, doch "da war es für uns zu spät".

Wie geht es jetzt für den VfL weiter? In den Spielen gegen Würzburg (A), Hamburg (H) und Aue (A) müssen die Punkte her. Ein Vierfach-Wechsel zur Pause zeigte bereits, dass die Osnabrücker auf dem Zahnfleisch gehen. Drei Punkte beträgt derzeit der Rückstand zum rettenden Ufer, doch Sandhausen kann den Abstand noch vergrößern. Feldhoff hofft, dass der VfL im Gesamt-Endspurt dieselbe Energie hinlegen kann, wie im Endspurt gegen Kiel: "Wie wir uns reinbeißen und hinten heraus noch zulegen, da ist der Wille erkennbar und eine gewisse Basis ist vorhanden." Doch es fehlen die Punkte.