Pfiffe beim FCK trotz Sieg: "Angst frisst manchmal die Seelen auf"
Konträre Wahrnehmungen am Betzenberg: Der 1. FC Kaiserslautern besiegte die SpVgg Greuther Fürth knapp mit 1:0. Während Cheftrainer Torsten Lieberknecht relativ zufrieden von einem Arbeitssieg sprach, legte Kapitän Marlon Ritter den Finger deutlicher in die Wunde. Spielerisch zeigte der FCK einen dürftigen Auftritt.
"Für uns war es ein Arbeitssieg"
Rundum glücklich war FCK-Coach Torsten Lieberknecht mit dem Auftritt seiner Mannschaft nicht. So viel gehört zur Wahrheit dazu. "Wir haben es uns dadurch schwer gemacht, dass wir nicht das 2:0 und das 3:0 gemacht haben. So mussten wir das 1:0 über die Zeit retten", hielt der Fußballlehrer nach Abpfiff fest. Die spielerischen Schwächen seiner Schützlinge waren offensichtlich, sodass auch der 52-Jährige eingestehen musste: "Für uns war es ein Arbeitssieg. Die Jungs haben es mental super gemacht, auch wenn man gesehen hat, dass Angst manchmal die Seelen auffrisst."
Drei Spiele in Folge ohne Sieg, dazu neun Gegentore und das frühzeitige Aus im Aufstiegsrennen - die Vorzeichen vor der Partie gegen Greuther Fürth waren eindeutig. Trotzdem hielt Kaiserslautern dagegen, was den Cheftrainer wiederum zufrieden stellte: "Das haben wir geschafft, weil sich alle Jungs auf dem Platz voll verausgabt haben." Ein Sonderlob erhielt Semih Sahin, der den Siegtreffer erzielte. Und der 26-Jährige pflichtete seinen Trainer bei: "Wir hatten nach der Führung schon ein paar Situationen, in denen wir das 2:0 und 3:0 machen können. Machen wir die Dinger rein, wird es ein ganz anderes Spiel und die Stimmung ist positiver."
"Danke an alle, die da waren"
Kritischer drückte sich Kapitän Marlon Ritter aus, der die Stimmung im Umfeld aufgriff. "Dass sich nach einem gewonnenen Spiel auch Pfiffe in den Applaus mischen, habe ich bisher eher selten erlebt", fasste der Offensivspieler zusammen. Und nach den letzten Auftritten räumte der 31-Jährige sogar ein: "Aber ich bin ehrlich: Ich weiß auch nicht, ob ich heute ins Stadion gekommen wäre, wenn ich Fan wäre, bei dem Wetter, Valentinstag, Karneval und alldem. Danke an alle, die da waren." Ein fußballerisches Highlight, so Ritter, war das Geschehen auf dem Rasen allerdings nicht.
"Darum ging es heute aber auch nicht. Spielst du heute Hacke, Spitze, eins zwei drei und verlierst 1:0, dann ist die Kacke noch mehr am Dampfen", erweiterte der 31-Jährige seine Analyse. "Wir wussten alle, dass heute Druck drauf war. Gut ist, dass wir zu Null gespielt und unser Heimspiel gewonnen haben. Das ist das, was am Ende zählt." Mit dem Sieg stellt der FCK sein Konto auf 34 Punkte, was einen Rückstand von sechs Zählern zu Platz 3 bedeutet - allerdings spielen die Konkurrenten teilweise erst noch. Für die Lautrer geht es daher erst einmal weiter um eine grundsätzliche Trendwende.