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Pleite am Betzenberg: St. Pauli mit Spielkontrolle – aber ohne Tore

© IMAGO / Kirchner-Media

Am Betzenberg hat der FC St. Pauli die erste Saisonniederlage kassiert. Ein Anschlusstreffer von Jakov Medic kam den Hamburgern dieses Mal zu spät, um noch etwas Zählbares aus Kaiserlautern mitzunehmen. Möglichkeiten wären jedoch da gewesen, wie die Mannschaft einstimmig festhielt.

"War mehr für uns drin"

"Glückwunsch an Kaiserslautern zu einem nicht unverdienten Sieg. Wir haben uns mehr vorgenommen und für uns war auch mehr drin", lautete das Eingangsstatement von FCSP-Cheftrainer Timo Schultz. Zu diesem Fazit kamen auch die Akteure, die zuvor zwei Gegentreffer der Lautrer hinnehmen mussten. Erst in der 88. Spielminute gelang der Anschlusstreffer – zu spät. "Die Möglichkeiten, die wir hatten, haben wir nicht genutzt. Wir hatten die Spielkontrolle, am Ende kommt es aber darauf an, Tore zu erzielen", ärgerte sich daher auch Kapitän Jackson Irvine.

Für Timo Schultz war entscheidend, dass "Durchschlagskraft und Effektivität gefehlt" hatten, was der Fußballlehrer so auch an seine Mannschaft weitergeben wird. Für Marcel Hartel war das ebenfalls der einzig sinnvolle Schluss: "Wir wollten mit drei Punkten nach Hause fahren, jetzt haben wir null. Wir müssen das Spiel gut analysieren und die einfachen Fehler abstellen." Denn insgesamt haben die Hamburger bereits sechs Gegentore in drei Partien kassiert. Nur drei Teams waren zum Saisonstart anfälliger.

Auch Schuster spricht von "glücklichem Sieg"

"Wir müssen die Niederlage jetzt hinnehmen und akzeptieren", wollte sich Timo Schultz nicht auf weitere Diskussionen einlassen. Auch FCK-Coach Dirk Schuster sprach von einem "glücklichen Sieg" und davon, dass die Lautrer eigentlich "nie richtig Zugriff auf das Spiel" hatten. Kapital konnte St. Pauli daraus nicht ziehen – das Pokalspiel gegen Straelen (4:3) dazu gezählt, entwickelt sich jedes Spiel der Hamburger derzeit zu einem Krimi. Insbesondere über das Chancenverhältnis schimpfte auch Igor Matanovic: "Das ärgert mich. Hinten werden wir dann eiskalt bestraft, weil sie effektiver in der Box waren."

Vorne fehlt dem FCSP zurzeit die Effektivität, hinten bleiben die Hamburger anfällig. Parallelen zur letzten Rückrunde werden deutlich, als St. Pauli die gute Position im Aufstiegsrennen verspielte. Mehr Stabilität in beiden Richtungen wird das sein, was Timo Schultz nun von seiner Mannschaft fordern wird. Möglicherweise hilft auch ein neuer Torwart, schon im Laufe des Tages soll eine Verpflichtung von Sascha Burchert bevorstehen.