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"Probleme und Dellen": Werder Bremen auf Antwort-Suche

IMAGO / Nordphoto

Beim 0:3 gegen Aufsteiger Dynamo Dresden zeigte der SV Werder Bremen ein weiteres Mal eine mehr als dürftige Leistung. Entsprechend enttäuscht zeigten sich die Akteure nach dem Spiel.

"So kann man kein Zweitligaspiel gewinnen"

Nach der bitteren 0:2-Niederlage im Derby gegen den Hamburger SV sollte eigentlich alles besser werden bei Werder Bremen. Acht Tage später folgte aber weitere Ernüchterung. Bei der 0:3-Pleite gegen Dynamo Dresden ließen die Bremer es so ziemlich an allem vermissen. "Das war kein gutes Spiel von uns", wusste auch Trainer Markus Anfang nach den ernüchternden 90 Minuten. "Wir sind nicht in die Zweikämpfe gekommen, hatten nach vorne keine Überzeugung, waren im eigenen Spiel unruhig und haben zu viele individuelle Fehler gemacht", spezifizierte der Übungsleiter, woran es ihm zuvor bei seinen Mannen fehlte.

Entsprechend kam er zu der Erkenntnis, dass man so "kein Zweitligaspiel gewinnen" könne. Ganz anders der Gegner aus Sachsen, der "mit einfachen Mitteln agiert" und so am Ende "verdient gewonnen" habe. Zustimmung erhielt er dabei von seinen Spielern. "Wir müssen zurück zu den Basics – wieder mehr Mentalität, Leidenschaft und die Zweikämpfe besser annehmen", forderte auch Neuzugang Nicolai Rapp. Falls die Spieler diese Forderung allerdings nicht adaptieren, sieht der Chefcoach für die Zukunft schwarz, denn dann "werden wir nicht viele Punkte holen", ist er überzeugt.

Ausrede 'Junges Team'?

Woran diese fehlende Bereitschaft liegen könnte, machte der 47-Jährige nicht explizit aus. Dass es an der geringen Erfahrung seiner Mannschaft liegen könnte, schloss Anfang jedoch aus. "Wir können nicht immer alles auf den Prozess und die ‚junge Mannschaft‘ abwälzen", so der Trainer, denn die, die spielen, "können es besser machen". Trotzdem mahnte er auch zu Besonnenheit und betont, dass der Prozess, den Bundesliga-Absteiger durchmache, "ein schwieriger Weg" sei und es auch mal "Probleme und Dellen" geben könne. Diese Dellen werden jedoch immer tiefer und auch nicht unbedingt durch die verletzten potenziellen Stammspieler zu erklären. Viel mehr sind es spielerische Faktoren. So sei es gegen Dresden ein weiterer Auftritt gewesen, "in dem wir zu viele Chancen liegenlassen und heute muss sich jeder an die eigene Nase fassen."

Durch die zweite Niederlage in Folge steht Bremen nach acht Spieltagen im Mittelfeld der Liga – und somit hinter den eigenen Hoffnungen und Erwartungen. Lediglich elf Punkte und ein Torverhältnis von 11:12 spricht nicht wirklich für einen direkten Wiederaufstieg. "Wir müssen auf jeden Fall präsenter sein. Das müssen wir nächstes Wochenende definitiv besser umsetzen", fordert entsprechend auch Milos Veljkovic. Eine weitere Chance dazu bietet sich bereits in der kommenden Woche am Freitag gegen den 1. FC Heidenheim.