RB Leipzig: Nachhaltig in die Bundesliga
Große Ziele brauchen eine langfristige und nachhaltige Planung. Bei RB Leipzig weiß man dies nur zu genau und werkelt bereits jetzt am wahrscheinlichen Sommeraufgabengebiet „Umfeld fitmachen für die Bundesliga“.
Stammspieler sollen nicht abgegeben werden
Geschäftsführer Oliver Mintzlaff ist aus diesem Grund bereits jetzt in allen Bereichen gefordert. Sportlich gilt es, Störfeuer vor Beginn der Rückrunde im Keim zu ersticken und zudem parallel einen ins Profil passenden Trainer zu finden, der ab Juli Übergangslösung Ralf Rangnick wieder ersetzen soll. Höchste Priorität besitzt aber zunächst der Kader für die im Idealfall letzten Spiele im Unterhaus. Stammspieler werden nicht abgegeben, das hat man klar kommuniziert. Die Wechselgerüchte um Emil Forsberg zum FC Liverpool sind also erstmal vom Tisch. Intern scheint man zudem beschlossen zu haben, auf kurzfristige Neuzugänge zu verzichten – die Teamchemie soll nicht riskiert werden.
Deutlich komplizierter und dornenreicher gestaltet sich der Weg zur Anpassung des Vereinsumfeldes. Ein Stadionausbau für die Erstligapremiere war angedacht und sollte schnellstmöglich realisiert werden. Bürokratische und terminliche Beschränkungen lassen dies aber 2016 nicht „on time“ zu, das Projekt wird geschoben.
Abnabelung von Großsponsor Red Bull
Um dem Financial Fair Play gerecht zu werden muss, außerdem nach und nach eine Abnabelung von Großsponsor Red Bull erfolgen – maximal 30 Prozent der Geldmittel dürfen perspektivisch noch von einem einzigen Gönner gegeben werden. Verhandlungen mit den Größen aller Branchen laufen deshalb natürlich schon auf Hochtouren – das Projekt Rasenballsport ist attraktiv und zieht, wie Mintzlaff und Rangnick immer wieder bestätigen.
Man hat den Eindruck, dass das extern kritisch gesehene Konstrukt intern immer mehr an Struktur gewinnt und die ehrgeizigen Pläne – die Zielstellung Europapokalteilnahme 2018 macht immer mal wieder die Runde – zielstrebig und professionell vorbereitet werden. Großer Fußball im Osten der Republik scheint erstmals seit vielen Jahren wieder mehr zu sein als eine unrealistische Vision.