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"Rückstand kann uns nicht das Genick brechen": HSV dreht 0:2 in 4:2

© imago images / Noah Wedel

Der Hamburger SV ist Herbstmeister! Mit einem 4:2-Sieg gegen Eintracht Braunschweig konnte sich die Elf von Cheftrainer Daniel Thioune den inoffiziellen Titel nach der ersten Halbserie sichern. Dafür mussten sich die Elbstädter gehörig strecken, denn bei den Niedersachsen galt es einen zwischenzeitlichen 0:2-Rückstand aufzuholen. Der HSV bewies Moral.

"Auf Dreieraufbau umgestellt"

Braunschweigs Marcel Bär machte den Hamburgern das Leben nicht leicht, denn mit einer Vorlage und einem Tor brachte der Angreifer seine Mannschaft in eine komfortable Situation – denn der HSV lag plötzlich beim Abstiegskandidaten mit zwei Treffern zurück. "Die Konkurrenz hat vielleicht schon gedacht, dass wir heute Punkte liegen lassen, aber auch ein 0:2-Rückstand kann uns nicht das Genick brechen", erklärte Innenverteidiger Toni Leistner, der das zweite Gegentor "auf meine Kappe" nahm, in Hinblick auf die enge Konstellation an der Tabellenspitze. Am Ende überthront der HSV allerdings die abgelaufene Hinrunde – weil Leistner Recht behielt.

"Für uns war der Schlüssel, dass wir nach 35 Minuten auf einen Dreieraufbau umgestellt und fortan das Zentrum überladen haben", berichtete Cheftrainer Daniel Thioune über den taktischen Kniff, der die Wende herbeiführte. Denn Braunschweig wirkte plötzlich überfordert in der Defensive. Vier Treffer bis zur 65. Spielminute gingen aus der stärksten Phase des HSV hervor: "Der Ausgleich war vielleicht glücklich, aber wie wir es anschließend final zu Ende gespielt haben war sehr gut." Dabei lobte Thioune vor allem die Comeback-Qualität seines Teams, an der es in den vergangenen Jahren oftmals scheiterte. Nun waren die Elbstädter zur Stelle.

Ästhetik nicht im Vordergrund

"Es ist wichtig für uns, solche Spiele wie hier in Braunschweig, wo es immer unangenehm ist, zu gewinnen. Das haben wir heute in der 2. Halbzeit mit Bravour gemeistert", fasste auch Kapitän Tim Leibold das Geschehen auf dem Rasen zusammen. Er selbst war an den Toren nicht direkt beteiligt, dafür aber Sorgenkinder der Hinrunde wie Sonny Kittel oder David Kinsombi. Obwohl es dem Abwehrspieler nicht unbedingt auf Ästhetik ankam: "Es geht nicht immer darum, die 90 Minuten schön herunterzuspielen, sondern Punkte einzufahren. Wir haben eine Mannschaft, die unbedingt gewinnen will. Das hat man heute wieder gesehen."

Mit 36 Punkten schließen die Hamburger die erste Saisonhälfte ab, was sogar bei Siegen von Bochum oder Kiel am Sonntag einen Vorsprung von mindestens vier Zählern auf den Aufstiegs-Relegationsplatz ergeben würde. Nur im ersten Zweitliga-Jahr standen die Elbstädter besser dar. Die neue Stärke des HSV soll in diesem Jahr aber einen anderen Ausgang hervorbringen, als in besagter Spielzeit. So auch Toni Leistner: "Wir haben eine gewisse Mentalität in der Mannschaft, so dass ich immer guter Dinge bin, dass wir solche Spiele drehen können." Weiter geht es in der Englischen Woche mit dem Top-Spiel am Dienstag (20:30 Uhr), wenn Fortuna Düsseldorf zu Gast beim HSV sein wird.