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Schalke feiert: Terodde für die Geschichtsbücher, Aydin wie Karate-Kid

© IMAGO / Team 2

153 Zweitliga-Tore – beim 3:0-Sieg gegen den FC Ingolstadt sicherte sich S04-Torjäger Simon Terodde den Rekord. Nicht weniger spektakulär war jedoch das erste Profi-Tor von Mehmet Can Aydin. Cheftrainer Dimitrios Grammozis legte sich nach Abpfiff fest, dass der Teamgeist auf Schalke heranwächst. Dadurch klettern die Königsblauen auch in der Tabelle.

"Ein spezieller Moment"

Er war ein bisschen traurig, aber auch stolz auf Simon Terodde. In der "Sportschau" beglückwünschte Dieter Schatzschneider, seines Zeichens bis dato der Rekord-Zweitligatorschütze, seinen Nachfolger. Vor zwölf Jahren hätte Terodde seine Profi-Karriere noch vor dem richtigen Start beinahe aufgegeben, wäre Industriemechaniker geworden. Nun bediente Dominick Drexler den Stürmer per Querpass, sodass Terodde aus wenigen Metern nur noch in den leeren Kasten einschieben musste. Mit dem elften Saisontreffer erreichte der Stürmer somit die Rekordmarke. "Ich freue mich ungemein für Simon. Dominick Drexler hätte selbst den Abschluss suchen können – das zeigt, wie die Mannschaft füreinander arbeitet", betonte S04-Cheftrainer Dimitrios Grammozis unmittelbar nach den Feierlichkeiten.

"Es ist ein spezieller Moment, nicht nur für Simon und den FC Schalke 04, sondern für die gesamte Fußballbranche, wenn es jemandem gelingt, diese Anzahl an Toren zu erzielen", ging der Übungsleiter weiter auf den Rekordtreffer ein, der in einem "erwartet schweren Spiel" fiel. "Ingolstadt stand defensiv sehr gut und hat uns wenige Räume gegeben. Immer wenn wir im richtigen Moment die Tiefe gesucht haben, haben wir die Möglichkeit bekommen, aufzudrehen und gefährliche Aktionen im Strafraum zu kreieren. Dann hat uns aber ein wenig die Zielstrebigkeit gefehlt", hielt Grammozis fest, dass trotz eines 3:0-Sieges nicht alles perfekt lief. Das dritte Tor – und damit Teroddes Rekord – waren das sogennante i-Tüpfelchen. Wichtiger war für das Spiel jedoch der Debüttreffer von Mehmet Can Aydin.

Aydin macht es wie Karate-Kid

Beinahe in der Luft stehen verwandelte der Außenbahnspieler artistisch per Außenrist-Direktabnahme. "Ich habe noch nicht ganz begriffen, was heute passiert ist. Wahrscheinlich erst, wenn ich mir das Tor heute Abend noch mal ansehe", freute sich der 19-Jährige über sein erstes Profi-Tor. Nach seiner Vorlage in der Vorwoche untermauerte Aydin eindrucksvoll, wie er das Spiel der Schalker belebte. Dass dabei auch noch ein dermaßen schönes Tor herausspringt, war irgendwie vorprogrammiert: "Ich kann nicht beschreiben, wie glücklich ich bin. Ich habe diesen Kick bei Karate Kid gesehen – deswegen habe ich ihn im Spiel mal versucht. Und es hat geklappt."

Für den FC Schalke 04 war es der fünfte Saisonsieg, der die Königsblauen nun zum ersten Verfolger der Spitzenplätze macht. Mit 16 Punkten aus neun Spielen platzieren sich die Gelsenkirchener auf dem vierten Rang, um nach der Länderspielpause weiter anzugreifen. Dann wird auch Simon Terodde wieder für Königsblau treffen wollen, dessen war sich Aydin als Jung-Torschütze sicher. "Ich gönne ihm den Rekord von Herzen, er ist ein super Stürmer. Ich habe noch nie jemanden gesehen, der so eiskalt ist. Er hat es sich verdient", so der 19-Jährige. In der Partie gegen Hannover 96 (15. Oktober, 18:30 Uhr) könnte sich der S04-Stürmer mit einem weiteren Treffer an H96-Legende Schatzschneider vorbeischießen.