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Schmidt feiert 15. Jahrestag in Heidenheim: "Das ist was Besonderes"

IMAGO / Sportfoto Rudel

Am Sonntag holte der 1. FC Heidenheim mit dem 2:2 zu Hause einen Punkt gegen Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern. Es war ein munterer Kick, der jedoch etwas im Schatten eines Jubiläums stand: Heidenheim-Coach Frank Schmidt feierte am Tag zuvor, den 17. September, seinen 15. Jahrestag als Coach des Klubs an der Brenz.

Nur für zwei Spiele aushelfen

"Lapidar" dahingesagt, habe er es damals: Er wolle einmal der Volker Finke von Heidenheim werden. "Ohne zu wissen, was das bedeutet und was in dieser Zeit alles passiert und wie einen das altern lässt", sagte er dem "SWR" rückblickend auf seinen Anfang vor 15 Jahren. Mittlerweile fehlt dem 48-jährige Sympathieträger nur noch ein Jahr, um die Trainer-Ikone einzuholen. Dass der Satz einmal wahr werden würde, hatte damals natürlich niemand geglaubt.

Wie besonders seine Situation ist, weiß natürlich auch Schmidt, der von 2003 bis 2007 für den Vorgänger-Verein Heidenheimer SB gespielt hatte. Nach seinem Karriereende wollte er weg vom Fußball, in der Versicherungs-Branche durchstarten. Doch dann kam die Bitte vom Verein für zwei Spiele einzuspringen, da der Trainer gerade entlassen und noch ein Nachfolger gesucht wurde. Die Spiele waren erfolgreich. Aus den zwei Begegnungen wurden nun 15 Jahre.

Von der Oberliga in die 2. Bundesliga

Sehr erfolgreiche Jahre: In der ersten Saison qualifizierte sich der Verein für die viertklassige Regionalliga. Im Jahr darauf gelang gleich der Aufstieg in die 3. Liga. Hier spielte der Klub fünf Jahre und marschierte in die 2. Bundesliga. Dort landete das Team bislang nur zwei Mal am Ende der Saison in der unteren Tabellenhälfte. 2020 wurde der Aufstieg in die Bundesliga in der Relegation verpasst. "Heidenheim hat mich gelehrt, fleißig zu sein. Wenn du es gut haben willst, musst du hart dafür arbeiten."

Das tun Schmidt, die Spieler und alle Verantwortlichen, machten aus dem kleinen Klub einen Vorzeige-Verein. Auch das Stadion wurde im Laufe der Jahre angepasst. Schmidt kennt noch die kleine Anlage, das Albstadion, mit nur einer Tribüne und zwei Eseln, die von dort aus zu sehen waren. Diese Zeiten sind vorbei, etwas Großes ist unter und dank Schmidt entstanden.

Aufstieg das Ziel

"Es hat eine Zeit gedauert, die Menschen Stück für Stück aus sich raus kommen zu lassen. Mittlerweile kommen die anderen Mannschaften nicht mehr gerne hierher, weil in diesem engen, kleinen Stadion eine besondere Atmosphäre herrscht. Dieser Zusammenhalt, dass sich die Menschen total mit dem Verein identifizieren, das ist was besonders, von dem ich am Anfang nicht gedacht habe, dass das hier so möglich ist."

Auch wenn die 15 Jahre viel mehr sind als ursprünglich gedacht und die Zeit erfolgreicher verlief. Ein Ziel hat Schmidt noch: Mit Heidenheim in die erste Liga. Er persönlich hatte schon die Chance, aber Angebote anderer Klubs abgelehnt. Da sein Vertrag beim FCH noch bis 2027 läuft, können noch einige Anläufe gestartet werden. Und Volker Finke als am längste im Amt gebliebener Trainer überholt werden.