Schultz darf weitermachen: Coach bekommt Vertrauen ausgesprochen

Acht Punkte aus zwölf Spielen! Mit dieser Horror-Bilanz überwintert der FC St. Pauli ganz unten im Tabellenkeller. Aber: Das rettende Ufer ist nur vier Zähler entfernt. Diese Mission soll im kommenden Jahr erfüllt werden - mit Cheftrainer Timo Schultz. Dieser bekam Rückendeckung von seinem Sportchef.

"Rückenwind, den er verdient"

Ein versöhnliches Weihnachtsfest ist für den FC St. Pauli nach der 0:3-Pleite im letzten Spiel des Jahres in weite Ferne gerückt. Seit zehn Spielen ist der Klub vom Hamburger Kiez ohne Sieg, was naturgemäß den Cheftrainer in den Fokus rückt. FCSP-Sportchef Andreas Bornemann ließ gegenüber der "Bild" allerdings keine Zweifel an Timo Schultz aufkommen: "Wir sprechen mit dem Trainer, nicht über ihn. Eine Trainer-Diskussion gibt es definitiv nicht."

Dabei kriselt Schultz bereits seit Saisonbeginn. Eine 2:4-Niederlage gegen Ulm im DFB-Pokal war ein Schlag vor den Hamburger Bug, der mit vier Punkten aus den ersten beiden Saisonspielen revidiert wurde. Danach legte der FCSP aber nicht mehr nach, ein 2:2-Remis im Derby mit dem Hamburger SV war das Höchste der Gefühle. Seither manövriert Schultz ein sinkendes Schiff, welches er mit seinen Ideen retten will - und das zum Wohlwollen seines Sportchefs: "Ich gebe ihm den Rückenwind, den er verdient hat. Mit seinem Mut, seinem Fleiß, seiner Überzeugung. Wenn wir gemeinsam da heraus kommen, dann wird er daraus gestärkt hervor gehen." Wenn das Wörtchen 'wenn' nicht wäre, so das Sprichwort.

Kritische Analyse gefordert

Gegen Düsseldorf musste St. Pauli auf Philipp Ziereis und James Lawrence verzichten, die Abwehr wurde wieder einmal umgestellt. Ballbesitz-, Zweikampf- und Torschussquote gingen daraufhin an die Gäste. "Bei uns habe ich immer wieder das Gefühl, dass der erste Schuss, der aufs Tor kommt, drin ist. Das war heute zum wiederholtem Male der Fall", analysierte Bornemann trotz aller Rückendeckung für seinen Cheftrainer kritisch. Vorne bleibt St. Pauli harmlos, hinten nachlässig. Auf der Homepage der Kiezkicker macht der Sportchef klar: "So wird es extrem schwierig, da braucht man sich nicht in die Tasche lügen."

In der kurzen Winterpause muss Bornemann die richtigen Schlüsse für den Kader ziehen - ganz unabhängig von Schultz. Sonst kentert der Kiez in der 3. Liga. Auch der Cheftrainer beobachtet die Entwicklung daher kritisch, für "die zweite Halbzeit gibt es in der Form auch keine Entschuldigung". St. Pauli wird unruhig, auf und neben dem Platz. "In den Momenten, wo es nicht läuft, fällt es der Mannschaft schwer, sich auf dem Platz wieder hochzuziehen", hielt Schultz fest und wird daran arbeiten müssen.

Blick in die Vergangenheit

Immerhin: Der Kiezklub weiß, wie es geht. In der Saison 2016/17 standen die Hamburger mit sechs Punkten nach 13 Spielen ebenfalls im Tabellenkeller - nach einer 0:1-Niederlage gegen Düsseldorf. Nur eine glorreiche Rückrunde unter Ewald Lienen mit 34 Punkten rettete St. Pauli - aber auf ein erneutes Wunder deutet derzeit am Millerntor kaum etwas hin. Möglicherweise hat der heutige FCSP-Botschafter aber Tipps für Timo Schultz parat. Ein Sieg im Nachholspiel gegen Würzburg (6. Januar) würde reichen, um auf den Abstiegs-Relegationsplatz zu springen und das Bild allgemein zu verbessern. Vorher sind die Kiezkicker aber erst einmal gegen das Top-Team aus Fürth gefordert.

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