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SGD-Fans stellen Böllerwerfer: Neuer Pyroärger für Dresden

© imago images / Picture Point LE

Der Eingriff des Videoassistenten in die Partie zwischen Dynamo Dresden und Wehen Wiesbaden erhitzte bei den Gästen die Gemüter. Aber auch abseits des sportlichen Geschehens gab es wieder einmal Ärger auf den Rängen der Hausherren – und unerwartete Unterstützung.

"Das wird nie in meinen Kopf gehen"

Als Alexander Jeremejeff in der 41. Spielminute zum Führungstreffer für die SG Dynamo Dresden traf, war das größte Ärgernis der Partie – nämlich der Eingriff des VAR – bereits geschehen. Zur Nebensache wurde der spätere Siegtreffer für die Wiesbadener dadurch natürlich nicht – weil er zum nächsten Eklat führte. Fans aus dem Dresdener K-Block, die schon vor der Partie nicht an Pyrotechnik sparten, zündeten nach dem Treffer für ihre Mannschaft erneut. Schiedsrichter Martin Petersen musste die Partie unterbrechen.

SVWW-Keeper Lukas Watkowiak war der Leidtragende, denn wenige Meter hinter dem Torhüter explodierte ein Böller und verursachte Probleme mit dem Gehör bei dem 23-Jährigen. Das wird nie in meinen Kopf gehen. Wichtig ist, dass dem Jungen nichts passiert ist", ärgerte sich auch SGD-Trainer Cristian Fiel gegenüber "Tag24" über die Szene, für die auch ein Abbruch des Spiels eine mögliche Folge hätte sein können.

SGD-Fans stellen Böllerwerfer

"Ich habe zu ihm gesagt, wenn es geht, spiele weiter. So will ich kein Spiel entscheiden", zeigte sich auch SVWW-Trainer Rüdiger Rehm als fairer Sportsmann. Zumal als Ersatzmann bei den verletzungsgeplagten Wiesbadenern nur noch Torwarttrainer Marjan Petkovic auf der Bank saß. Auch dem Dresdener Anhang schien die Tragweite des Böllerwurfes schnell bewusst zu sein, denn schon während des Einsatzes ging ein Raunen durch das Publikum.

Und dabei sollte es nicht bleiben: Der K-Block machte sich umgehend auf die Suche nach der Einzelperson, die für den Böllerwurf verantwortlich war. SGD-Pressesprecher Henry Buschmann kündigte bereits an: "Ein bitterer Moment für uns. Wir werden alles unternehmen, denjenigen zu finden, der den Knallkörper als Einzelperson von über 25.000 Zuschauern gezündet hat." Doch allzu viel Arbeit werden sich die Offiziellen gar nicht mehr machen müssen – der flüchtende Böllerwerfer wurde von den eigenen Fans gestellt und wird sich nun verantworten müssen. Nun müssen sich die verantwortungsbewussten Anhänger wohl nur noch Fragen, ob die restliche Pyrotechnik auch nötig war.