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Sicherheit im Stadt-Derby: "Reeperbahn als imaginäre Grenze nutzen"

Derby-Zeit in Hamburg! Zum Rückspiel des Hamburger SV beim FC St. Pauli haben Stadt und Vereine ihr möglichstes getan, um die nötigen Sicherheitsvorkehrungen für das Traditionsduell zwischen den beiden Stadtrivalen zu treffen. Eine besondere Rolle erhält nach Abpfiff die Reeperbahn, die als "imaginäre Grenze" fungieren wird.

Mobiler Zaun, Trennnetz, Extra-Kameras

Das Hinspiel im Volksparkstadion blieb weitesgehend ruhig, doch auch die zweite Saisonbegegnung zwischen dem Hamburger SV und dem FC St. Pauli elektisiert die gesamte Stadt. St. Paulis Sicherheitschef Sven Brux gab gegenüber dem "NDR" an, dass "schon richtig was passiert" sei, um die Sicherheit der Zuschauer auch am Sonntag in vollem Umfang zu gewährleisten. Ein mobiler Zaun und ein Trennnetz sorge im Stehplatzbereich des Millerntor dafür, dass die Fanlager nicht zusammenfinden könnten. Zusätzlich wird ein Sicherheitspuffer im Sitzplatzbereich eingerichtet, außerdem wurden zusätzliche Kameras installiert.

Angemeldeter "Derbymarsch"

Um das Hereinschmuggeln von Pyrotechnik im Vorfeld zu verhindern, ist das Stadion auch im Dunkeln beleuchtet und wird von einer Nachtwache gesichert – etwa 700 bis 1.000 gewaltbereite Fans werden laut "NDR" erwartet. "Wir bereiten uns noch gewissenhafter vor, als sonst", erklärte Brux zuversichtlich, auch HSV-Fanbetreuer Cornelius Göbel stimmte zu. Schon um 9 Uhr morgens wollen sich HSV-Anhänger am Dammtorbahnhof treffen, um von dort einen "Derbymarsch" zum Stadion zu begehen. Der Lauf wurde bei der Polizei dafür offiziell angemeldet.

"Wenn beide Fanlager auf den Kiez strömen"

Polizei-Sprecher Timo Zill zeigt sich ebenfalls optimistisch, durch offizielle Anmeldungen von Fan-Aktionen sei eine "natürliche Sortierung" der Fan-Gruppierungen erkennbar. Eine besondere Herausforderung sieht Zill in der Zeit unmittelbar nach der Partie: "Wenn beide Fanlager auf den Kiez strömen." Die Vergangenheit habe gezeigt, dass sich zwischen den Hamburger Fans ein natürliches Verhalten gebildet habe – die HSV-Anhänger würden häufiger Lokale südlich der Reeperbahn aufsuchen, St. Pauli-Fans zöge es vermehrt in nördliche Richtung. "Wir werden die Reeperbahn als imaginäre Grenze nutzen und da die Problemfans trennen. Um die geht es uns im Kern", erklärte die Polizei das geplante Vorgehen. Denn wie das Hinspiel schon zeigte: Es kann auch friedlich bleiben.