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"Sind im Lernprozess": Darmstadt zwischen Bitterkeit und Stolz

IMAGO / HMB-Media

Der SV Darmstadt 98 hat den großen Wurf in der Tabelle verpasst.  Gegen Bundesliga-Absteiger Arminia Bielefeld kassierte die Lieberknecht-Elf kurz vor dem Abpfiff das 1:1. Am Ende wusste am Böllenfalltor niemand so recht, ob er lachen oder weinen sollte.

"Das kommt im Fußball vor"

Das größte Lob kam vom Gegner. "Darmstadt hätte uns heute killen können", musste Bielefelds Neu-Coach Daniel Scherning nach dem Spiel feststellen. Für die Darmstädter war das im ersten Moment nur ein schwacher Trost. Denn mit einem Sieg hätten sie den zweiten Platz festigen können. Aufgrund des späten Gegentreffers durch den Bielefelder Robin Haack blieb am Ende "nur" der vierte Platz und die Gewissheit, auf dem richtigen Weg zu sein.

"Wir sind seit sieben Spielen ungeschlagen. Wenn der Gegner – immerhin ein Bundesliga-Absteiger- die Partie so bewertet und mehrfach das System umstellen muss, ist das auch ein Lob für uns", zeigte sich Lilien-Coach Torsten Lieberknecht nach Spielende stolz über den Auftritt seiner Mannschaft. Sein Team habe "die ganze Zeit verkörpert, dass wir das Spiel gewinnen wollten". Das hätten "auch die Fans nach Abpfiff honoriert."  Mit Blick auf das späte Gegentor wollte der Trainer seiner Elf hingegen keinen Vorwurf machen: "Beim Gegentreffer kurz vor Schluss stehen wir eigentlich gut in der Restverteidigung. Dass aber mal einer durchrutscht, kommt im Fußball vor."

"Fühlt sich bitter an"

Komplett verbergen konnte die Enttäuschung jedoch niemand. Torjäger Phillip Tietz drückte die Emotionen noch deutlicher aus: "So kurz nach Abpfiff fühlt es sich sehr bitter an. Gerade weil es das zweite Spiel in Folge ist, in dem wir eine Führung aus der Hand geben." Besonders ärgerlich war es für Tietz vor dem Hintergrund, dass sich der Gegentreffer keinesfalls abgezeichnet hatte: "Über weite Strecken haben wir es heute sehr gut gemacht. Unsere Abwehr war überragend, hat 90 Minuten clever verteidigt und kaum Torchancen zugelassen."

Das Gegentor habe dann aus einer "Unkonzentriertheit" resultiert. Was war passiert?  Darmstadt vergab zunächst die Vorentscheidung durch Torisello, ließ aber noch einen Konter zu. Hack spielte Doppelpass mit Jäkel und schlenzte den Ball ins lange Eck.  "Das darf uns nicht passieren.  Nichtsdestotrotz hätten wir vorne das zweite Ding machen müssen, genügend Chancen dazu hatten wir." Nun gelte es, die richtigen Schlüsse aus der Partie zu ziehen. "Wir sind in einem Lernprozess, auch aus diesem Duell können wir lernen." Am kommenden Spieltag (Sonntag 13.30 Uhr) wird es ein Wiedersehen mit dem ehemaligen Trainer geben. Dann gastieren die Hessen nämlich beim 1. FC Kaiserslautern, wo bekanntlich Dirk Schuster an der Seitenlinie steht.