Sinne in Kiel geschärft: "Machen kein La Paloma bis zum Schluss"

Für Holstein Kiel geht es in dieser Saison immer noch um den Klassenerhalt. Obwohl die Störche zuvor drei Siege in Folge und insgesamt sechs Spiele ohne Niederlage auskamen, wurden gegen Karlsruhe (0:2) die Gefahren der Liga aufgezeigt. Im Nordduell mit Hannover 96 (Freitag, 18:30 Uhr) kommt es wieder einzig und allein auf die eigene Leistung an, fand Cheftrainer Marcel Rapp.

"Gucken schon auch auf die Tabelle"

Als Fußballlehrer in Kiel holte Marcel Rapp bislang rund 1,64 Punkte pro Partie. In einer kompletten Saison ergäbe das ungefähr 56 Zähler, was am Ende für einen einstelligen Tabellenplatz reichen dürfte. Doch in dieser Spielzeit müssen die Störche immer wieder nach unten blicken, denn Rapp ging bekanntlich mit einer Hypothek in die Saison. Gerade nach der 0:2-Niederlage gegen Karlsruhe sind die Sinne geschärft. "Wir gucken schon auch auf die Tabelle. Wir sehen, dass wir nur sechs Punkte Vorsprung haben", war sich Rapp der Situation bewusst.

Die vorherige Erfolgsserie hat Holstein Kiel dennoch in ruhigere Gewässer gebracht. Beeinflussen will sich das Team daher nicht von der Situation - auch nicht im überheblichen Sinne. "Es geht keiner durch das Trainingsgelände und sagt, dass wir um die goldene Ananas spielen oder ab jetzt La Paloma bis zum letzten Spieltag machen", versprach der 42-Jährige. "Wir müssen gucken, was wir für eine Leistung auf den Platz bringen. Wir haben bewiesen, dass wir mit jedem Gegner mithalten können." Nur dann, angefangen mit einem möglichst erfolgreichen Spiel in Hannover, würde Kiel die Saison in Ruhe zu Ende spielen können."

Fragezeichen hinter Holtby und Bartels

Im Nordduell mit den Niedersachsen stehen für Rapp mehrere Überlegungen an. Beispielsweise, wie er die Ausfälle von Noah Awuku (Reha nach Kreuzbandriss), Mikkel Kirkeskov (Achillessehnenprobleme), Kapitän Hauke Wahl (Pfeiffersches Drüsenfieber) und Steven Skrzybski (Infekt) kompensieren wird. Auch hinter Lewis Holtby (Schleimbeutelentzündung) und Fin Bartels (Oberschenkelprobleme) stehen noch Fragezeichen, beide Akteure konnten im Laufe der Woche nur eingeschränkt trainieren. "Die Überlegungen gehen in alle Richtungen, es gibt viele Alternativen", so Rapp. "Wir gucken auch, was Hannover uns anbietet."

Eine spannende Frage gilt es im Sturmzentrum zu klären, sollte Bartels für die kommende Partie ausfallen. Neben Benedikt Pichler stehen Kwasi Wriedt und Fiete Arp als Optionen zur Verfügung, möglich wäre auch eine Spitze mit drei Stürmern. "Das haben wir lange nicht gemacht", verwies Rapp auf den Überraschungsfaktor, den die Kieler immer noch mitbringen können. Auffällig war nach dem KSC-Spiel nur, dass Kiel erstmals unter dem neuen Coach ohne eigenen Treffer blieb. Davon ließ sich Rapp aber nicht beeindrucken. "Wenn jetzt einmal etwas nicht geklappt hat, dann werden wir jetzt nicht alles in Frage stellen", erklärte Rapp. "Wir haben vorher auch Siege nüchtern analysiert. Wir freuen uns, wir ärgern uns. Es geht um die Art und Weise, wie wir spielen." Unter Flutlicht in Hannover könnte Kiel die eigenen Stärken wieder demonstrieren.

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