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Dotchevs Rettungsplan: "Spieler mitnehmen und dazuholen"

© IMAGO / Eibner

Pavel Dotchev ist überraschend an die Seitenlinie des FC Erzgebirge Aue zurückgekehrt, um künftig Teamchef Marc Hensel zu unterstützen. Bekanntlich auch als Sportdirektor. In dieser Funktion will der 56-Jährige die Veilchen spätestens in der Winterpause umbauen, um den Klassenerhalt zu erreichen.

Dotchev schätzt "familiäre Atmosphäre"

Von Müdigkeit, wie es vor drei Wochen beim MSV-Aus hieß, war bei Pavel Dotchev nichts zu sehen. Voller Tatendrang will sich der Deutsch-Bulgare ab Montag in seine neue Aufgabe stürzen. "Ich musste da im Moment des Anrufes nicht lange nachdenken. Es ist etwas Besonderes, wieder ein Teil dieser Familie hier zu sein", so Dotchev gegenüber der "Bild"-Zeitung. Bis zum Saiosnende übernimmt er den FCE in Doppelfunktion.

Der Aufstieg vom Drittliga-Klassenerhalt zur Zweitliga-Schlacht ist durchaus bemerkenswert, kommt aber nicht von nichts. Die gegenseitige Wertschätzung, die Dotchev und Aue seit seinem Rücktritt vor fast fünf Jahren genießen, scheint der Grundstein für die erneute Beziehung zu sein. "Ja, es ist diese familiäre Atmosphäre als wichtiger Faktor. Es ist diese Region und es sind die Menschen, die sich so intensiv mit dem Verein identifizieren", schwärmt der 56-Jährige von seinen Erfahrungen im Erzgebirge. Nun gilt es, neue "schöne Emotionen und Momente" zu schaffen – und dafür muss Dotchev anpacken. 2017 übergab er "mein Baby" in die Hände von Domenico Tedesco, der den FCE zum Klassenerhalt führte und dem Coach eine Karriere als Erstliga-Trainer ermöglichte.

Ausgangsposition und Kaderplanung

Nun hat Dotchev den kriselnden Klub selbst wieder in der Hand. "Die Kombination aus jungem Trainerteam und meiner Erfahrung wird jetzt passen. Ich will die Arbeit von Marc Hensel so gut wie möglich mit meiner Erfahrung unterstützen", kann sich der 56-Jährige auf den bisherigen Teamchef verlassen. Zuletzt glückte mit Hensel der erste Saisonsieg gegen Ingolstadt (1:0). Offiziell steht nun Dotchev wieder an der Seitenlinie, übt gleichzeitig die Funktion des Sportdirektors aus. Die Ziele für den Übergangscoach sind klar gesteckt. "Wir wollen bis zur Winterpause eine gute Ausgangsposition erreichen", erklärte der 56-Jährige zuversichtlich.

Spätestens dann werden auch Personalentscheidungen im Kader fallen. Dotchev selbstbewusst: "Den Kader, der 31 Spieler umfasst, wollen wir punktuell verstärken. Wir werden entscheiden, welche Spieler wir dabei mitnehmen und welche Spieler wir dazuholen." Mit Steffen Ziffert hatten die Auer zuletzt 2016 einen Sportchef. Acht Monate nach dessen Aus trat Dotchev zurück. Nun kann es der erfahrene Mann wieder richten.