St. Pauli: Der Kader soll im Winter verstärkt werden

Es war eine äußerst durchwachsene Hinrunde, die der FC St. Pauli bisher spielte. Nur dank des besseren Torverhältnisses steht die Elf vom Millerntor zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht auf einem Abstiegsplatz. Betrachtet man sich die strukturellen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Kiezkicker, hinkt man weit den eigenen Ansprüchen hinterher. Präsident Oke Göttlich gab nun grünes Licht in der Winterpause personell nachzurüsten.

Mangelnde Widerstandsfähigkeit als Problem

Will man Statistiken oder Bereiche bemühen, in denen die Elf von Timo Schultz in den bisherigen 17 Ligaspielen unterdurchschnittlich abschneidet, lassen sich so einige finden: Nur fünf Punkte holte die Truppe nach Rückständen, seit fünf Partien wartet das Team auf einen Sieg und fuhr ligaweit die wenigsten Dreier ein (3), der letzte Auswärtssieg überhaupt gelang im Februar diesen Jahres (gegen den heutigen 3. Ligisten FC Ingolstadt!). Zahlen, die auf eine mangelnde Widerstandsfähigkeit oder unzureichendes Durchsetzungsvermögen schließen lassen.

Grund genug, um nach den Sommer-Abgängen der Schlüsselspieler Daniel-Kofi Kyereh, Finn Ole Becker, Guido Burgstaller oder Philipp Ziereis im Winter nachzujustieren. Denn offenbar hat die drittjüngste Truppe der Liga ein Führungs- oder Qualitätsproblem. In einem Interview mit der Bild-Zeitung lenkte St. Pauli Präsident Oke Göttlich ein, dass die sportlichen Ziele nur mit Neuzugängen zu erreichen seien: "Wir sind bei der Kader-Analyse an einem Punkt, an dem wir analysieren: Wo können wir vielleicht ein, zwei Dinge so verändern, dass sie hilfreich sein werden?"

Verbesserungsbedarf in der Defensive

Zudem ist angesichts der generierten Ablösen aus dem letzten Sommer - vor allem die kolportierten 4,5 Millionen für Kyereh - noch Geld da, beteuert Göttlich: "In dem Moment, wo wir Einnahmen generieren, aus der Wirtschaft, aus den Transfer-Erlösen, werden sie den Säulen natürlich zugehörig zugeführt." Speziell in der Defensive scheint Nachbesserungsbedarf zu bestehen, denn 1,5 Gegentore im Schnitt sind zu viel für die ambitionierten Hamburger. Darüber hinaus sind die Zeitpunkte der Rückkehr von Abwehrchef Jakov Medic (Schulterverletzung) und David Nemeth (Schambeinentzündung) noch ungewiss.

Zeitlich will sich der Klub-Boss nicht treiben lassen: "Es ist nicht so, dass wir morgen eine Entscheidung treffen, sondern wir nehmen uns in Ruhe Zeit, die Themen zu besprechen." Das nächste Pflichtspiel steht schließlich erst am 29. Januar 2023 in Nürnberg an. Doch um Abläufe einzuspielen und den Team-Zusammenhalt zu stärken, wäre es natürlich optimal, wenn der oder die Neuzugänge zu Beginn des Trainingslager auf der Matte stehen würden. Am 2. Januar des neuen Jahres hebt der Flieger gen Spanien ab.

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