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St. Pauli gegen das Auswärtspech: Gute Erinnerungen an Hannover

© IMAGO / Oliver Ruhnke

Mit einem 3:2-Sieg gegen Hannover 96 zu Jahresbeginn läutete der FC St. Pauli die Wende ein, die den Kiezklub innerhalb von neun Monaten vom Abstiegskandidaten zum Geheimfavoriten für den Aufstieg machte. Nun treffen beide Klubs wieder aufeinander (Samstag, 13:30 Uhr) – und die Rollen sind mittlerweile komplett getauscht.

"Gegen uns den Bock umstoßen"

Mit zehn Punkten aus fünf Spielen teilt sich der FC St. Pauli aktuell den dritten Platz mit der SG Dynamo Dresden. Angesichts der Vorsaison ist das ein Start, den jeder im Hamburger Umfeld dankend annimmt. Denn zehn Punkte hatte der FCSP letztes Jahr sogar noch nach 15 Spielen auf dem Konto stehen. Dann kam das Spiel in Hannover, in dem Igor Matanovic die Kugel in der zweiten Minute der Nachspielzeit zum vielumjubelten Siegtreffer versenkte – und seitdem geht es mit den Kiezkickern bergauf. "Uns allen ist da ein riesen Stein vom Herzen gefallen", erinnerte sich auch FCSP-Cheftrainer Timo Schultz vor dem erneuten Aufeinandertreffen mit den Niedersachsen. "Wenn man die Zeitspanne seit dem Sieg sieht, was sich da alles getan hat und in welcher Verfassung wir jetzt sind, dann können wir alle stolz sein auf den Weg."

Die umgekehrte Richtung hat Hannover eingeschlagen, sodass jetzt die Elf aus Niedersachsen als Tabellenvorletzter zum Gastspiel der Kiezkicker einladen. "Sie haben sich zum Start der Saison noch nicht so gefunden und haben zum Ende der Transferperiode noch mal zugeschlagen und einige Spieler dazugeholt", beobachtete Schultz das Geschehen in Hannover und verwies darauf, dass die Niedersachsen in der Länderspielpause intensiv an sich gearbeitet haben. "Sie haben einen Restart ausgerufen und werden anstreben, gegen uns den Bock umzustoßen", so der FCSP-Coach. Deswegen müsse St. Pauli "von Anfang an hellwach sein und dagegenhalten" – was gar nicht leicht werden wird, denn die Auswärtsstärke zählt noch nicht zu den Hamburger Tugenden.

Auswärts noch ohne Sieg

Genau 156 Tage sind seit dem letzten Sieg auf fremden Platz vergangen. "In Aue waren wir nah dran zu gewinnen, in Paderborn bekommen wir relativ früh die Rote Karte und sind fast das ganze Spiel in Unterzahl", blickte Schultz auf die beiden Anläufe in der neuen Saison zurück. Der Übungsleiter betonte, dass sich trotz aller Schwierigkeiten immer wieder Chancen für die Kiezkicker ergeben haben. "Ich sehe die Schere zwischen Heim- und Auswärtsspielen nicht so groß", beruhigte der 44-Jährige die Nerven – doch ein Auswärtssieg stünde dem FCSP natürlich gut zu Gesicht. Die Warnungen vor Hannover waren allerdings deutlich: "Wenn sich die Mannschaft findet, dann kann sie auch ihre offensive Wucht auf den Platz bekommen. Momentan, das zeigt ja auch die Tabelle, haben sie das noch nicht so gut hinbekommen. Ich hoffe, dass das ein Spiel noch so bleibt."

Möglicherweise macht es wieder Igor Matanovic, der gemeinsam mit Etienne Amenyido wieder aus der Verletzungspause zurück ist und auf dem Platz trainieren konnte. Lukas Daschner (Bänder- und Kapselverletzung im Knie), Sebastian Ohlsson (Aufbautraining) und Eric Smith (Leistenprobleme) sind dagegen keine Option. Mit James Lawrence ist derweil der letzte Nationalspieler von seiner Länderspielreise zurückgekehrt und auch Luca Zander konnte "wieder normal trainieren". "Deshalb gehe ich davon aus, dass wir heute in voller Mannstärke auf dem Trainingsplatz stehen werden", so Schultz optimistisch.