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Staude im Interview: "Man fühlt sich hin- und hergerissen"

© imago images / foto2press

Drei Neuzugänge stehen im Winter bereits auf dem Konto der Würzburger Kickers, während Mittelfeldspieler Keanu Staude seinen Vertrag am Dallenberg bereits nach sechs Monaten wieder auflöste. Im Interview mit liga2-online.de nahm der Offensivspieler dazu Stellung, denn der erhoffte Neubeginn des 23-Jährigen blieb zunächst aus:

"Selbst für mich überraschend"

liga2-online.de: Guten Tag, Herr Staude. Das Fußball-Jahr 2021 begann für Sie etwas ungewöhnlich, denn Sie haben überraschend Ihren Vertrag in Würzburg am 2. Januar aufgelöst. Wie kam es dazu?

Keanu Staude: Ja, das ist völlig richtig. Es kam selbst für mich überraschend, da ich sehnsüchtig auf den Wiedereinstieg ins Mannschaftstraining gewartet habe. Daraus wurde nun leider nichts, weil ich in den spielfreien Tagen einen Anruf von Sport-Geschäftsführer Sebastian Schuppan bekam. Mir wurde gesagt, dass sowohl der Trainer, als auch "Global Director" Felix Magath nicht mehr mit mir planen werden. Daher war für mich klar, dass ich den Vertrag auflösen möchte, um eine sinnvolle Herausforderung für mich zu suchen.

Nach 12 Jahren in Bielefeld war die Zeit am Dallenberg jetzt nur auf sechs Monate beschränkt. Wie fühlt man sich als Profi-Fußballer in diesem schnelllebigen Geschäft?

Es war für mich jetzt natürlich sehr bitter und enttäuschend, weil ich nach neun Wochen Verletzungspause und der Quarantäne im Anschluss wieder angreifen wollte. Man fühlt sich insgesamt hin- und hergerissen. Aber so ist das im Profi-Geschäft. Ich bin geistig und psychisch auf einem sehr guten Level, dass ich das verkrafte. Ich bin stolz, dass ich bin, wie ich bin.

Wettbewerbsübergreifend haben Sie nur noch 248 Einsatzminuten in 1,5 Jahren absolviert, obwohl Sie schon fast 100 Zweitliga-Spiele in der Vita haben. Welche Gründe suchen Sie dafür bei sich?

Gute Frage. Meiner Meinung nach waren es Verletzungen, Unstimmigkeiten und falsche Kommunkationen neben dem Platz. Manchmal war vielleicht auch die fehlende Kommunikation das Problem. Es ist in jedem Fall schwierig für einen Spieler, wenn er von Anfang an in eine Schublade gesteckt wird, in die er gar nicht gehört!

Staude plant Zukunft

Mit 23 Jahren zählen Sie noch ins Alter eines Fußball-Talents. Inzwischen haben Sie auch viele verschiedene Eindrücke gesammelt. Welche Qualität gibt Ihnen die Hoffnung, dass es bald wieder bergauf geht?

In erster Linie spricht vermutlich meine Spielart und meine Einstellung für mich, sodass ich große Hoffnung für die kommende Zeit habe. Vor allem aber auch meine Persönlichkeit als Mensch. Ob das ausreicht, damit es bald wieder bergauf geht, werden wir sehen. Ich bleibe positiv und freue mich auf das, was kommt. Denn meiner Qualität als Fußballer bin ich mir bewusst.

Die wichtigste Frage zum Schluss: Wohin wird der Weg jetzt führen? Ist ein vermeintlicher Schritt zurück in die 3. Liga auch eine Option?

Die 3. Liga wäre bestimmt eine Option, ja. Aber ob sie am Ende des Tages für mich in Frage kommt, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Genauso verhält es sich auch bei einem Verbleib in de 2. Bundesliga. Aktuell bleibt die Entscheidung offen und wir werden in den nächsten Tagen intern besprechen, wohin der Weg führen könnte.