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SVD hadert mit dem Schiedsrichter: "Kein Fingerspitzengefühl"

IMAGO / Jan Huebner

Eine 0:2-Niederlage, ein Platzverweis und ein Gegentor nach 17 Sekunden: Viel schlechter hätte der Auftakt in die neue Saison für den SV Darmstadt 98 nicht verlaufen können. Trotz der Pleite war Trainer Torsten Lieberknecht mit dem Auftritt seines Teams zufrieden, sah es als unverdienten Verlierer an.

"Klare Fehlentscheidung"

Der eigene Anstoß kam postwendend zurück, nur 17 Sekunden war das Spiel alt, da lagen die Lilien bereits zurück – Joshua Mees brachte den Jahn in Führung, nachdem die Darmstädter Abwehr gepennt hatte. "Es war ein unglücklicher Beginn und trotzdem hatten wir ab der 20. Minute die Spielkontrolle, hatten gute Abschlüsse, auch wenn am Ende die letzte Präzision gefehlt hat", sagte Lilien-Coach Torsten Lieberknecht.

Und als wäre dieser Auftakt ins erste Spiel der neuen Saison noch nicht schlecht genug gewesen, kassierte Patric Pfeiffer nach 37 Minuten Gelb-Rot. Zuvor war der Verteidiger durchaus übermotiviert in Mees gerannt und musste deshalb vorzeitig vom Feld. "Dann nimmt der Schiedsrichter mit einer – aus meiner Sicht – klaren Fehlentscheidung Einfluss auf das Spiel. Wir hatten vor einer Woche eine Schiedsrichterschulung und in dieser ging es um Fingerspitzengefühl, das war heute einfach nicht vorhanden, wenn man einem Innenverteidiger bei der ersten Aktion direkt eine gelbe Karte gibt. So bekommen wir dann auch die Gelb-Rote-Karte und so ist es natürlich ein komplett anderes Spiel", nahm Keeper Marcel Schuhen seinen Kollegen in Schutz und übte Kritik an Schiedsrichter Patrick Alt.

"Die klar spielbestimmende Mannschaft"

Doch trotz der schlechten Vorzeichen gaben die Darmstädter nicht auf, stemmten sich gegen die Niederlage. Lieberknecht musste sein Team in der Folge umstellen "und der Mannschaft den Glauben geben, dass man auch in Unterzahl etwas erreichen kann. Ich denke, die Mannschaft hat dann auch eindrucksvoll gezeigt, dass wir die Situation annehmen", so der Coach. Bis zum 2:0 durch Andreas Albers (67.) sei der SVD "die klar spielbestimmende Mannschaft" gewesen und hätte "fast im Minutentakt Abschlüsse" gehabt.

"Wir hätten es mit Sicherheit nicht verdient gehabt, den Platz heute als Verlierer zu verlassen. Ich habe trotzdem großen Respekt vor der Mannschaft, denn sie hat versucht sich mit allem gegen die Niederlage zu stemmen", zog Lieberknecht auch viel Positives aus dem missglückten Auftakt. "Das Ergebnis ist ärgerlich, aber nicht das Auftreten der Mannschaft. Die gute Sache ist, dass die Mannschaft auch in Unterzahl konditionell voll in Schuss ist. Es gewinnt nicht immer die bessere Mannschaft, heute war es die glücklichere."

Am Freitag steht für den SVD das Heimspiel gegen den SV Sandhausen an.