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SVD vermisst die Effektivität: "Waren heute nicht eiskalt"

© IMAGO / Nordphoto

Nach einem torlosen Saisonstart mit vielen Schwierigkeiten erfuhr der SV Darmstadt 98 zuletzt eine unverhoffte Effektivität im Abschluss. Dieser Trumpf hat in Rostock allerdings gefehlt. Cheftrainer Torsten Lieberknecht und seine Mannschaft ärgerten sich, dass die letzten Prozente fehlen – und selbst Hansa-Coach Jens Härtel pflichtete ihnen bei.

"So etwas passiert"

"Wenn es dumm läuft, hätten wir heute wieder mit leeren Händen dastehen können. Darmstadt hatte die Möglichkeiten", räumte der gegnerische Trainer nach der 1:2-Niederlage der Lilien gegen Hansa Rostock ein, dass das nicht unbedingt das Ergebnis war, welches sich auf dem Platz über 90 Minuten wiedergespiegelt hatte. Eine "total unnötige" Pleite erlebte dementsprechend SVD-Keeper Marcel Schuhen: "In den vergangenen Spielen waren wir eiskalt, das waren wir heute nicht. Und dann gewinnen wir so ein Spiel auch nicht."

Zuletzt schossen die Darmstädter ganze zwölf Buden in drei Spielen, aber im Rostocker Ostseestadion kam nur ein weiterer Treffer hinzu. "Die Effektivität der letzten Wochen ist uns heute abhandengekommen", resümierte auch Torsten Lieberknecht, dass die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor dieses Mal fehlte. Allerdings lag es nicht nur daran, dass Darmstadt die Buden selbst nicht traf – das erkannte auch Schuhen: "Trotzdem sind wir beim ersten Gegentor nicht auf der Höhe und beim zweiten nicht am Mann. So etwas passiert, wenn man bei solchen Aktionen kurzzeitig schläft."

Rostocker Publikum mitentscheidend

Neben den kleinen Schwächen im eigenen Spiel war vor allem eine Stärke im Rostocker Auftritt, die dem SVD an diesem Tag abhanden kam – zumindest vom augenscheinlichen Eindruck. "Wenn es von außen so aussieht, dass Rostock es mehr wollte als wir, dann ist das schlecht. Das darf uns nicht passieren", ärgerte sich SVD-Kapitän Fabian Holland. Die Niederlage würde die Lilien "nicht umwerfen", aber dem Rostocker Publikum gelang es zumindest, die Gäste ins Schwanken zu bringen. Lieberknecht gestand dem Aufsteiger zu: "Von den Fans angetrieben, wollte es Hansa heute einfach einen Ticken mehr. Das müssen wir uns vorwerfen lassen."

Im Bereich der Standardsituationen und dem Zweikampfverhalten will Lieberknecht bis zur nächsten Partie gegen Dresden (19. September, 13:30 Uhr) noch einmal nachbessern, denn dem SVD-Coach fehlte zum Teil der "Körperkontakt zum Gegner". Eines war für den 48-Jährigen allerdings klar: "Gegen Dresden werden wir ein anderes Gesicht zeigen." Und das hat eigentlich auch in Rostock – angesichts eines zwischenzeitlichen Ausgleichs – gar nicht so schlecht funktioniert.