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"Tierisch enttäuscht": Wiesbaden geht gegen Kiel unter

Zuletzt schien der SV Wehen Wiesbaden gerade defensiv zu etwas mehr Stabilität zu finden – nur drei Gegentore in den vergangenen sechs Spielen zeugten von einer erheblichen Leistungssteigerung im Abwehrverbund. Die 3:6-Heimpleite gegen Holstein Kiel sprach wieder eine andere Sprache. Für SVWW-Trainer Rüdiger Rehm war der Auftritt seiner Mannschaft zuweilen "nicht fußballtauglich". 

3:6 – Wiesbadener Abwehr völlig von der Rolle

Während die mitgereisten Kieler Fans einen wunderbaren Samstagnachmittag erlebten, dürfte es der ein oder andere Wiesbadener Anhänger mit der Angst zu tun bekommen haben. Die gastgebenden Taunussteiner legten gegen Holstein Kiel einen Auftritt hin, der wenig Mut auf den Klassenerhalt machte – 3:6 stand es am Ende einer ereignisreichen Partie. "Wir sind natürlich tierisch enttäuscht über das Ergebnis und vor allem über die halbe Stunde nach unserem Tor", erklärte Rüdiger Rehm anschließend der versammelten Presserunde.

Beim Blick auf den Spielverlauf wird schnell deutlich, was den Übungsleiter derartig enttäuscht hatte. Denn Wiesbaden legte eigentlich einen Traumstart hin, bereits in der fünften Spielminute verwandelte Schäffler nach Foul an Kyereh einen Strafstoß. Für Selbstvertrauen sorgte der Treffer gleichwohl nicht. Nur eine knappe halbe Stunde später stand es 1:4 aus Sicht der Hausherren, Iyoha (8.)., Mühling per Doppelpack (21., 27.) sowie Serra (29.) zerlegten den SVWW nach belieben. Daran änderte auch Kyerehs Rechtsschuss zum 2:4 erst einmal nichts (30.). "Das ist natürlich eine Sache, über die muss man reden", schimpfte Trainer Rehm. "Das ist nicht tauglich so zu verteidigen. Und zwar nicht nur zweitliga-tauglich, sondern ich rede von fußballtauglich." Auch nach Wiederanpfiff wurde es nur geringfügig besser. Kiel stellte durch Özcan (50.) und Meffert (90.+4) auf sechs Tore, Schäffler konnte dazwischen lediglich verkürzen (52.).

"Das fängt in der Kreisliga an…"

Nach der Partie war die Stimmung im Wiesbadener Lager verständlicherweise gedrückt. Doppel-Torschütze Manuel Schäffler stellte in der "Frankfurter Rundschau" schlicht fest: "Wir haben eklatante Fehler gemacht." Um einiges deutlicher wurde hingegen sein Trainer: Kiel habe es leicht gehabt, "weil wir auch überhaupt nicht dagegen gehalten haben. Wenn du die individuellen Duelle nicht führst bzw. nicht für dich entscheidest, dann hast du im Fußball keine Chance. Das fängt in der Kreisliga an und geht eben hoch bis zur Bundesliga."

So bleiben die Hessen im Tabellenkeller hängen, auf den Relegationsrang beträgt der Rückstand bereits vier Zähler. Soll das rettende Ufer in Sichtweite bleiben, sollten sich die Hessen also nicht allzu lange mit Grübeleien aufhalten. Immerhin: Rüdiger Rehms Glaube an die Stärke des eigenen Teams haben auch die sechs Gegentore vom Samstag nicht brechen können. "Ich bin davon überzeugt – und das haben wir immer wieder gezeigt – dass wir zurückschlagen können."