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Unzufriedene Einigkeit am Millerntor: "Heute war mehr drin"

© IMAGO / Lobeca

Im Vergleich zur vergangenen Niederlage in Rostock (0:2) hat sich der FC St. Pauli gegen Paderborn wieder verbessert gezeigt. Dennoch reichte es gegen den Tabellenführer nicht zum Sieg, obwohl die Hamburger durchaus Möglichkeiten dazu erspielten. Erst ein Lucky Punch verhinderte jedoch, dass die Kiezkicker sogar leer ausgingen.

Moral ersetzt Zufriedenheit nicht

"Ich hätte das Spiel gerne gewonnen und ich denke, das wäre auch möglich gewesen", resümierte FCSP-Coach Timo Schultz nach intensiven 90 Spielminuten, die ein furioses Ende genommen hatten. Erst brachte Etienne Amenyido die Kiezkicker spät zurück (84.), dann netzte SCP-Stürmer Sirlord Conteh zweimal ein (85./90.+1) – aber nur ein Treffer zählte. Als die Partie schon verloren geglaubt war, glich St. Pauli doch noch einmal per Eckball aus (90.+3). "Dass wir nach einem 0:1 und einem 1:2 wiedergekommen sind, zeigt, dass man uns nie abschreiben darf", freute sich Amenyido zumindest über den Teamgeist.

Am Ende holte St. Pauli zwar noch einen Punkt, doch Zufriedenheit kehrte am Millerntor nicht ein. "Wir haben es in der ersten Halbzeit wirklich gut gemacht, viel Druck ausgeübt und wenig zugelassen", sah Schultz eine Partie, in der sich die Hamburger wieder von einer besseren Seite zeigten. Trotzdem folgte der Pausenrückstand und das furiose FInale. Der Übunsleiter fasste sich an die eigene Nase: "Man sieht eben auch, dass Paderborn, wenn einmal die Abstimmung nicht passt oder der Ballverlust in der falschen Zone ist, vorne eine große Qualität hat."

"Vorne hat der letzte Punch gefehlt"

Dazu verschoss Leart Paqarada kurz nach dem Seitenwechsel einen Elfmeter, der Dämpfer war auch nach der Partie noch nicht verflogen. "Ich habe gemischte Gefühle nach dem Spiel. Es war ein Auf und Ab heute", äußerte sich daher auch der Abwehrspieler zum Spielverlauf. "Wenn du in der Nachspielzeit dann nochmal triffst, dann ist das irgendwo auch ein gewonnener Punkt, aber ich glaube, hier war heute mehr drin." Diese Meinung teilten nach Abpfiff nahezu alle Beteiligten.

Doch beim FCSP ist weiterhin Sand im Getriebe. Mit acht Punkten nach sechs Spielen, sowie einem Torverhältnis von 11:10 stehen die Kiezkicker in jeder Statistik im Mittelfeld. "Vorne hat der letzte Punch gefehlt. Jetzt müssen wir weitermachen", zeigte sich Igor Matanovic zuversichtlich, dass die Rädchen mit der Zeit ineinander greifen werden. Ähnlich sah es Marcel Hartel: "In der Offensive fehlt uns manchmal noch die letzte Entschlossenheit, das müssen wir noch besser machen und uns noch mehr Torchancen rausarbeiten, dann wäre das heute ein noch besseres Spiel geworden." Zumindest eines herrscht am Millentor: Einigkeit.