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VAR-Chef Drees bekennt sich zu Fehler: "Für uns ist das kein Strafstoß"

© IMAGO / HMB-Media

Elfmeter oder nicht? Die Diskussionen rund um den Strafstoß für die SpVgg Greuther Fürth am vergangenen Wochenende gegen Würzburg reißen nicht ab. Unlängst stellte sich Fürths Sport-Geschäftsführer Rachid Azzouzi schützend vor Jamie Leweling, der im Zentrum der Debatte steht. Nun schaltet sich Videoschiedsrichter-Chef Jochen Drees ein – und gibt einen Fehler zu.

"VAR hätte hier eingreifen müssen"

Fehler, die eine gewisse Tragweite nach sich ziehen, sollten in der heutigen Zeit tunlichst vermieden werden. Trotzdem passieren sie – und umso befreiter wirkt es, wenn sich Verantwortliche dies auch mal eingestehen. "Es gibt keine Bilder, die diese Entscheidung bestätigen. Für uns ist das kein Strafstoß", erklärte deshalb Dr. Jochen Drees jetzt gegenüber der "Bild"-Zeitung. Der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter ist Chef des Videoassistenten. Beim 4:1-Sieg der Fürther gegen Würzburg versagte die Technik, wie Drees zugab: "Der Video-Assistent hätte hier eingreifen müssen."

Grundlage der Debatte ist ein vermeintliches Foulspiel von FWK-Torhüter Hendrik Bonmann am Fürther Angreifer Jamie Leweling. "Ich würde dem Fürther Spieler eine gelbe Karte für eine Schwalbe geben", hatte FWK-Cheftrainer Bernhard Trares unmittelbar nach der Partie in der Pressekonferenz geurteilt. Womöglich war der daraus folgende Treffer zum 3:1 die Vorentscheidung im Aufeinandertreffen. Video-Chef Drees bittet um Verständnis: "Es sind nun mal Menschen, die auch mal Fehler machen. Und Matthias Jöllenbeck ist ansonsten ein sehr guter Video-Assistent, nur bei dieser Szene lag er leider klar daneben."

Leweling aus der Schussbahn

Verständnis wird den Würzburgern wohl nicht helfen, dafür dürfte ein Eingestehen von Fehlern aber zumindest Balsam auf der Seele vieler Fußball-Fans sein. Auch Sport-Geschäftsführer Rachid Azzouzi versuchte unlängst, seinen Schützling aufgrund der kritischen Äußerungen aus der Schussbahn zu nehmen: "Natürlich muss man nach Ansicht der TV-Bilder keinen Elfmeter geben. Aber die Kritik daran jetzt an unserem Spieler festzumachen, finde ich nicht in Ordnung." Leweling habe sich über viele Jahre als "grundehrlicher Spieler" bewiesen. Ein Eingeständnis seitens des VAR dürfte auch die Nerven des 19-Jährigen jetzt beruhigen – obwohl es fraglich bleibt, warum der Angreifer nach einem nun bestätigten Nicht-Kontakt fiel.