"Verarschen Sie mich oder was?": SGD-Rettung nur noch Theorie

Mit 18 Punkten aus der zweiten Hälfte der Saison steht die SG Dynamo Dresden in der Rückrundentabelle zwar knapp über dem Strich, aber in der Gesamtwertung ist die Rettung nur noch theoretisch möglich. Weil auch Cheftrainer Markus Kauczinski sich dieser Tatsache bewusst war, reagierte der Coach verärgert auf eine Nachfrage nach dem Klassenerhalt.

"Wollen Sie einen Witz machen?"

Als Marco Hartmann den Ball in der 90. Spielminute mit letzter Kraft über die Linie brachte, stand der theoretische Abstieg für die SG Dynamo Dresden bereits fest. In Sandhausen hatte die SGD ihre Hausaufgaben gemacht, aufgrund des Karlsruher Remis gegen Spitzenreiter Bielefeld klafft zwischen den beiden Klubs aber eine Differenz von drei Punkten und 14 (!) Toren in der Tordifferenz. Nur ein Wunder könnte noch helfen.

Im TV folgte trotzdem die Nachfrage an SGD-Cheftrainer Markus Kauczinski, ob er noch an den Klassenerhalt glauben würde - und der 50-Jährige reagierte verärgert: "Wollen Sie einen Witz machen? Verarschen Sie mich oder was?" Auch dem Fußballlehrer war klar, dass der enorme Unterschied in der Tordifferenz nicht aufzuholen ist. Weil die Karlsruher auch noch deutlich mehr Treffer erzielt haben, wäre ein Szenario mit einem 7:0-Sieg für die SGD und einer 0:8-Niederlage für den KSC noch der einfachste Rechenweg. Und weil das auch für Kauczinski "einfach unrealistisch" ist, sorgten die obligatorischen Nachfragen für Zündstoff.

Sprechchöre bei Rückkehr

Weil die Dresdner aber in Sandhausen gewinnen konnten, sprach Kauczinski seinem Team trotzdem Lob aus: "Aber wir sind nicht hier abgestiegen, wir haben in den letzten Wochen hart gekämpft. Dafür ziehe ich den Hut vor meiner Mannschaft." In der Rückrundentabelle steht die SGD mit 18 Punkten sogar knapp über dem Strich und würde Platz 14 einnehmen - der Knackpunkt bleibt die magere Punktausbeute aus der ersten Halbserie.

Torschütze Hartmann stimmte seinem Coach deshalb zu. "Wir wollten es für unsere Ehre zeigen, alles andere hatten wir nicht in der Hand. Der Sieg war für unseren Stolz", resümierte das Dresdner Urgestein, das am Sonntagabend mit dem Team wieder in Dresden landete. Wie "tag24" berichtet, wurde die Mannschaft schon am Flughafen von hunderten Fans warmherzig empfangen und mit "Dynamo, Dynamo"-Sprechchören begleitet. Damit machten die SGD-Anhänger klar, dass auch sie die kämpferische Leistung der letzten Wochen anerkannten.

"Bleibe an Bord"

Ein Riss zwischen Verein und Fans ist somit nicht erkennbar, gemeinsam werden sie ab der kommenden Saison den Neuaufbau in der 3. Liga angehen. Dann wird wohl auch Markus Kauczinski dabei sein. "Ja, ich bleibe an Bord", bestätigte der 50-Jährige gegenüber "tag24" nach dem Abpfiff in Sandhausen, dass er den weiteren Weg mitgehen wird: "Ich habe einen Vertrag für die 3. Liga bei vollem Bewusstsein unterschrieben."

In Dresden will Kauczinski etwas aufbauen, auch wenn es nun über den Umweg in der Drittklassigkeit passieren muss. "Aber ich glaube, dass es sich lohnt", machte der 50-Jährige Mut für die Zukunft. Und Erfahrung in der 3. Liga hat Kauczinski schon: In der Saison 2012/13 gelang ihm mit dem Karlsruher SC der direkte Wiederaufstieg.

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