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VfB Stuttgart: Identität von Silas Wamagituka infrage gestellt

© imago images / Avanti

Droht der 2. Bundesliga eine weitere Identitätskrise? Nach einem Bericht der französischen Zeitung "L’Equipe", der von der "Bild"-Zeitung aufgenommen wurde, soll sich Silas Wamangituka vom VfB Stuttgart eine falsche Persönlichkeit zugelegt haben, um bei einem Wechsel nach Frankreich zu profitieren. Die Schwaben weisen den Vorwurf unmittelbar zurück.

"Es gibt keinen Grund zu zweifeln"

Der "Fall Jatta" hatte sich mehrere Wochen damit beschäftigt, ob Hamburgs Außenbahnspieler Bakery Jatta in Wirklichkeit ein anderer sei – herausgekommen war dabei nichts. Nun sieht sich auch der VfB Stuttgart mit einer ähnlichen Problematik konfrontiert, denn bei Silas Wamagituka soll es sich nach einem Bericht der "L’Equipe" in Wirklichkeit um Silas Mvumpa Katompa handeln, einen 21-jährigen Kongolesen mit U-Nationalerfahrung handeln. Das behauptet jedenfalls Max Mokey Nza-Ngi, Präsident eines kongolesischen Klubs.

Nach Angaben des französischen Blattes soll der Vereinsboss sich bereits im vergangenen Jahr bei Wamagitukas Ex-Klub, dem Paris FC, gemeldet haben – dort wollte er angelich eine Transferbeteiligung heraushandeln, um die "wahre Identität" des Spielers nicht aufzudecken. Eine entsprechende E-Mail soll der "L’Equipe" vorliegen. Der VfB Stuttgart ist seinerseits darum bemüht, den Wirbel um den Acht-Millionen-Neuzugang aus dem letzten Sommer möglichst klein zu halten. "Es gibt keinen Grund an der Richtigkeit der Unterlagen zu zweifeln", legte sich VfB-Cheftrainer Tim Walter entschieden fest, um eine ähnliche Medienwelle wie im "Fall Jatta" im Keim zu ersticken.

Kongos Nationaltrainer befragt

Und dieses Mal scheint der Fall klarer auf der Hand zu liegen, wie es in einer Vereinsmitteilung heißt: "Dem VfB Stuttgart liegt nicht nur der Reisepass des Spielers vor, sondern auch die Spielerpässe der zuständigen Fußballverbände, die seine Karriere bis in das Jahr 2010 zurück vollständig abbilden." Und auch das französische Blatt bestätigt wohl, dass Wamangituka vor einem Jahr bei seinem Wechsel von Olympique Alès nach Paris einen Pass mit seinem Namen besessen hat – fraglich sei nur die vorherige Zeit.

Ein Schengen-Visum ein Jahr zuvor soll der Stürmer nämlich mit dem Namen Mvumpa Katompa beantragt haben. Auch Kongos Nationaltrainer Christian Nsengi-Biembe sei befragt worden, warum er das Top-Talent noch nicht nominiert habe. Der Coach reagierte verhalten: "Ich würde ihn gerne nehmen, aber ich kann nicht. Es gibt ein administratives Problem, ein Pass-Problem. Das ist es, was mir unser Teammanager Dodo Landu gesagt hat." Hinzu käme noch, dass gleich mehrere Vereine von einem Transfer des 20-Jährigen abrückten – zu groß sei die Angst vor einer Identitätsfälschung laut "L’Equipe" gewesen.

"Eher schüchtern in der Kabine"

Sollte Wamangituka seine Identität wieder Erwarten tatsächlich gefälscht haben, so stünde dies wohl im Zusammenhang mit seinem Wechsel aus dem Kongo nach Ales. Der hätte nämlich nach dem französischen Blatt nicht klappen dürfen, weil der Spieler Silas Mvumpa Katompa zu dem Zeitpunkt schon bei einem anderen Verein unterschrieben habe – und der sei seit zwei Jahren von der Bildfläche verschwunden.

Für VfB-Coach Tim Walter würde sich nichts in Beziehung auf Wamangituka ändern. So heißt es in der "Rheinischen Post": Er werde mit ihm weiterhin "umgehen, wie wir es bisher getan haben. Ich bin immer für den Jungen da, daher ändert sich dadurch nichts." Einen Spießroutenlauf, wie ihn Bakery Jatta vor Wochen in Hamburg erlebte, will der Stuttgarter Trainer seinem Schützling ersparen. "Silas ist ein sehr zurückhaltender junger Mann, eher schüchtern in der Kabine", beschreibt Walter den jungen Mann, der am Montag wieder in der Startelf des VfB Stuttgart stehen könnte. Denn für den Coach sei wichtig, dass "Silas der Spieler auf dem Platz ist, den wir wollen."