VfL Bochum: Die Entwicklung bleibt rückläufig

Im ersten Durchgang schlafmützig und ohne Torgefahr, im zweiten Durchgang fehlte die letzte Entschlossenheit, der letzte Tick Torgefahr: Der VfL Bochum unterlag am Freitag in Leipzig verdientermaßen mit 2:0. Ein Eigentor von VfL-Linksverteidiger Fabian Holthaus brachte die Sachsen früh auf die Siegerstraße, Daniel Frahn traf nach etwa einer halben Stunde zur Vorentscheidung. Zu allem Überfluss verletzte sich Abwehrchef Jan Simunek erneut, der Tscheche musste noch vor der Pause ausgewechselt werden. Ein langfristiger Ausfall wäre für den VfL kaum zu verschmerzen, scheint aufgrund anhaltender Adduktorenprobleme aber nicht in weiter Ferne zu liegen.

Keine Lösungen

Die Idee von Peter Neururer war erkennbar: Mit einer defensivorientierten und zweikampfstarken Mittelfeldraute wollte man versuchen, dem Leipziger Pressing entgegen zu wirken und die Überhand im Mittelfeld behalten. Die Umstellung war zu erwarten, dass Marco Terrazzino den kurzfristig ausgefallenen Tobias Weis ersetzte, hingegen nicht. Die Umsetzung des Matchplans gelang eigentlich auch ganz ansprechend, die frühe Leipziger Führung nach einer Ecke machte dem VfL aber einen Strich durch die Rechnung. Danach war der VfL zwar defensiv einigermaßen stabil, offensiv brachte der VfL in Halbzeit 1 aber nur einen abgefälschten Schuss von Simon Terodde zu Stande. Im zweiten Durchgang versuchte der VfL, den finanzstarken Aufsteiger unter Druck zu setzen. Es gelang nur selten dauerhaft, eine Doppelchance durch Latza (Pfostenschuss) und Simon Terodde, der im direkten Anschluss überrascht über das leere Tor köpfte, war die einzig nennenswerte Aktion im zweiten Durchgang. Es fehlte die letzte Kreativität im Anrennen, die Leichtigkeit im Offensivspiel war nicht zu sehen. Die Entwicklung in Bochum bleibt rückläufig, der Verlauf erinnert stark an die Vorsaison: Gut angefangen, stark nachgelassen. Peter Neururer muss Gegenmittel finden, neue Spielsituationen entwickeln. Das VfL-Spiel ist durchschaubar geworden, ist mittlerweile nur noch auf Zufall ausgelegt. Sollte sich das nicht ändern, stehen dem VfL erneut unruhige Zeiten bevor.

Vor Dresden: Personalnot in der Defensive

Neben Jan Simunek wird Peter Neururer beim Pokalspiel in Dresden auch auf Timo Perthel und Patrick Fabian verzichten müssen. Während Perthel, wie Jan Simunek, an Adduktorenproblemen leidet, hat sich Patrick Fabian einen schweren Infekt eingefangen. Michael Esser und Malcolm Cacutalua hatten mit Magendarmproblemen zu kämpfen, beim Duo stehen die Chancen auf einen Einsatz aber gut. Tobias Weis wird für Marco Terrazzino in die Mittelfeldraute rutschen, die Offensive um Torjäger Simon Terodde bleibt aber unverändert. Dem Neuzugang von Union Berlin, der mit 8 Toren aus 6 Spielen so furios in die Saison gestartet ist, fehlen neben dem Glück im Abschluss auch die Anspiele der Mitspieler, die ihm zum Saisonstart so stark gemacht haben. Insbesondere von Stanislav Sestak und Yusuke Tasaka muss hier mehr kommen - das gleiche gilt für Marco Terrazzino und Michael Gregoritsch. Dem VfL würde ein Weiterkommen nicht nur finanziell gut tun, auch der Druck auf Peter Neururer und die Mannschaft würde erstmal abfallen. Im Hexenkessel von Dresden wird dieses Unterfangen aber alles andere als einfach.

Aufstellung: Luthe - Celozzi, Cacutalua, Butscher, Holthaus - Weis, Losilla, Latza - Tasaka - Sestak, Terodde

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