VfL Bochum: Zu Hause aus der Krise
Der gute Start hat beim VfL Bochum viele Hoffnungen auf eine erfolgreiche Saison geweckt, doch den überzeugenden Auftritten im August und September folgte ein siegloser Oktober mit dem enttäuschenden Pokalaus beim Drittligisten Dynamo Dresden (2:1 n.V). Auch im November ist der VfL noch sieglos, dem enttäuschenden Heimspiel gegen das damalige Schlusslicht 1860 München (0:3) folgte ein respektables 2:2 beim 1.FC Kaiserslautern. Eine Steigerung war klar erkennbar, doch das Spiel auf dem Betzenberg war nicht mehr als ein erster Schritt aus der Krise. Weitere Schritte müssen folgen, um den finanziell angeschlagenen Traditionsverein wieder auf gesunde sportliche Bahnen lenken zu können.
Die Null muss endlich stehen
Als einzige Mannschaft im deutschen Profifußball blieb der VfL in dieser Saison im Ligabetrieb noch nie ohne Gegentor. Zum Saisonstart täuschte die starke Offensive noch über defensive Schwächen hinweg, doch die offensive Durchschlagskraft ist dem VfL im Saisonverlauf vorerst abhanden gekommen. Insbesondere das Fehlen von Jan Simunek macht sich bemerkbar, der Innenverteidiger ist für den VfL unverzichtbar und fehlt an allen Ecken und Enden. Die Souveränität im Zentrum, die der Tscheche verkörpert, geht dem VfL momentan vollkommen ab. Ob Rückkehrer Felix Bastians, der als flexible Alternative für die Defensive von Hertha BSC verpflichtet wurde, diese Probleme zusammen mit den Abwehrkollegen lösen kann, muss abgewartet werden. Die Qualität der Abwehrkollegen reicht aus - sie muss nur auf den Platz gebracht werden.
Simon Terodde und die fehlenden Anspiele
8 Tore in den ersten 6 Pflichtspielen – danach nur noch ein Treffer im Pokal bei Dynamo Dresden. Simon Terodde ist ein Sinnbild des Bochumer Negativlaufs, dabei kann der volleingeschlagene Mittelstürmer am wenigsten für die ausbleibende Torgefahr: Es liegt an der fehlenden Kreativität aus dem offensiven Mittelfeldbereich, keiner der Alternativen im Kader konnte nachhaltig überzeugen. Immerhin konnte der Top-Torschütze der zweiten Liga seine Torkrise am vergangenen Spieltag überwinden, in Kaiserslautern bewies der Neuzugang von Union Berlin seine Klasse und traf bereits zum neunten Mal im Ligabetrieb - ein weiteres, reguläres Tor wurde ihm aberkannt. Dennoch: Die Konkurrenz hat sich besser auf den VfL eingestellt - Peter Neururer muss insbesondere in Heimspielen bessere Gegenmittel finden, um der Krise endgültig ein Ende bereiten zu können. Die nächste Gelegenheit gibt es dazu am kommenden Freitag, wenn der VfR Aalen in Bochum gastiert. Ein Heimsieg wäre ein klares Signal für die Fans - und vielleicht schon ein großer Schritt zurück zur alten Stärke.