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VfL Osnabrück kassiert dritte Pleite in Serie: "Schwierige Phase"

imago images / foto2press

Es läuft im Moment nicht beim VfL Osnabrück. Nach dem 0:5 beim Hamburger SV verlor das Team am Freitagabend auch das Duell gegen Erzgebirge Aue. Woran Trainer Marco Grote die dritte Niederlage in Folge festmachte.

Frühes Gegentor reicht aus

Die Mimik von Marco Grote war starr. Während der Pressekonferenz nach der 0:1-Niederlage zu Hause gegen Erzgebirge Aue huschte dem Trainer des VfL Osnabrück nicht mal für den Bruchteil einer Sekunde ein Lächeln über das Gesicht. Immer wieder musste der 48-Jährige nach Fragen tief Luft holen. Sicherlich vorrangig, um seine Antworten diplomatischer zu verfassen, als ihm in der aktuellen Lage danach wäre.

Denn der Frust sitzt tief beim gebürtigen Bremer. Die Pleite gegen die Sachsen war die dritte Niederlage in Folge. Zwar hielt die Defensive besser stand als beim 0:5 gegen den Hamburger SV, doch unterm Strich reichte es wieder nicht für einen Punkt. Nach dem starken Saisonstart mit 13 Punkten aus sieben Partien läuft beim VfL momentan nicht mehr viel zusammen – es gab nur drei Punkte aus sechs Begegnungen, die wurden ausgerechnet beim damaligen Tabellenführer aus Kiel geholt.

Rote Karte gegen Ihorst

"Wir sind etwas besser als in den letzten Wochen ins Spiel gekommen, aber nicht wirklich gut. Wir waren nicht stabil genug", schätzte Grote den Start gegen Aue ein. John-Patrick Strauß erzielte nach 13 Minuten die Führung für die Gäste. "Das ist eine Konstellation, die gegen Aue nicht wünschenswert ist." Ein Aufbäumen seiner Mannschaft gab es in der Folge jedoch nicht, was Grote an vielen Mängeln im Spiel erklärte: "Wir haben es im gesamten Spielverlauf viel zu selten geschafft, Tiefe in unser Spiel zu bekommen." Es habe an Klarheit und Sauberkeit in den Aktionen gefehlt. Und ohne das zielgerichtete Spiel nach vorn, wäre es nicht möglich gewesen "einen Punktgewinn zu erzwingen".

Stattdessen hatte das Team von der Bremer Brücke Glück, dass Aues Jan Hochscheidt per Freistoß nur den Pfosten getroffen hatte (56.). Sonst wäre das Spiel schon viel eher entschieden gewesen. Die einzig wirklich nennenswerte Möglichkeit hatten die Gastgeber kurz vor dem Abpfiff, als Luc Ihorst den Ball in einer nicht ganz einfachen Situation per Kopf knapp neben den Pfosten setzte. Und es sollte nicht die einzige brenzlige Situation mit Ihorst bleiben. Denn in der ersten Minute der Nachspielzeit sah der 20-Jährige von Schiedsrichter Alexander Sather die rote Karte. Der Angreifer soll Gegenspieler Strauß angespuckt haben. Nach Beurteilung der TV-Bilder eine harte Entscheidung. Grote, der die Situation zu diesem Zeitpunkt noch nicht gesehen hatte, berichtete, dass er von "mehreren Seiten gehört" habe, dass der vermeintliche Täter auf den Boden gespuckt haben soll: "Wenn das so ist, verstehe ich es nicht, warum man eine rote Karte gibt."

Diese Situation passte zur momentan glücklosen Lage des VfL. "Wir sind in einer schwierigen Phase", weiß der Coach. "Mit der jetzigen Phase bin ich nicht wunschlos glücklich, das merkt man mir sicherlich an. Damit müssen wir alle umgehen. Es gibt im Fußball nicht immer nur Sonnenschein – wie auch im Leben." Die Chance, wieder für etwas gute Laune zu sorgen, gibt es am Dienstag beim Heimspiel gegen Greuther Fürth. Die Bayern sind allerdings das beste Auswärtsteam der Liga.