Vierte Niederlage in Serie: St. Pauli droht den Anschluss zu verlieren
Im Kellerduell mit Eintracht Braunschweig zieht der FC St. Pauli den Kürzeren, weil eine frühe Führung der Hamburger auswärts nicht zum Punktgewinn reicht. Cheftrainer Timo Schultz fand keine Antworten auf die einfachen Mittel des Gegners, sodass auch Sportchef Andreas Bornemann nach dem Spiel nur die Passivität der Hamburger bemängeln konnte. Nun droht der Anschluss verloren zu gehen.
"Eigentlich alles angerichtet"
Mit einem Sieg gegen Braunschweig hätte sich St. Pauli zwei Zähler vor den Aufsteiger schieben können, stattdessen sind die Hamburger nun vier Punkte dahinter. Obwohl Maximilian Dittgen die Kiezkicker nach 120 Sekunden mit dem ersten Schuss in Führung brachte. "Mit unserem Start nach Maß ist eigentlich alles angerichtet gegen einen Gegner, der mit Sicherheit auch etwas verunsichert war", sah Cheftrainer Timo Schultz optimale Bedingungen für einen Befreiungsschlag, der am Ende keiner wurde.
"Die Braunschweiger haben sich dann im Gegensatz zu uns in das Spiel reingebaggert. Ihr einfacher Zweitliga-Fußball hat dann zum Erfolg geführt und da kann man nur gratulieren", beobachtete der 43-Jährige, wie dem FCSP das Spiel aus den Händen glitt. So sehr, dass am Ende die Braunschweiger jubelten und St. Pauli in Tristesse verweilt - und es könnte noch schlimmer kommen. Sollten Sandhausen und Nürnberg ihre Spiele am Sonntag gewinnen, dann verliert die Elf vom Kiez den Anschluss zum Abstiegs-Relegationsplatz vollständig.
Bornemann spricht klare Worte
"Ich glaube, dass der Schlüssel heute die über weite Strecken zu große Passivität war", bemängelte auch Sportchef Andreas Bornemann das mittlerweile achte Spiel ohne Sieg für den FCSP, die letzten vier Partien gingen jeweils verloren. Die klaren Worte des Kaderplaners saßen - auch in Richtung des Cheftrainers: "Spielkontrolle funktioniert nur, wenn ich weiter aktiv bleibe, die Umschaltmomente suche und nicht nur von links nach rechts verschiebe." Da dies auf dem Platz nicht zu erkennen war, droht nun das völlige Ungemach am Hamburger Kiez.
Ob Timo Schultz weitermachen darf? Ungewiss. Nach der Partie kritisierte Bornemann auch die Einstellung der Mannschaft, die sich das Spiel der Braunschweiger aufdrängen ließ. "Dadurch ist es dann so gekommen, wie es häufig kommt, dass der Gegner mit zwei Torschüssen zwei Tore schießt", vermisste der Sportchef das Ausnutzen des Kapitals, welches St. Pauli aus der frühen Führung hätte schlagen können. Mit sieben Punkten nach zehn Partien wird in Hamburg jedenfalls niemand zufrieden sein. Nur noch eins steht fest, wie Schultz zusammenfasste: "Wir haben heute kein gutes Zweitligaspiel gesehen."