• Facebook
  • Twitter

Vorne Schäffler, aber hinten Scheunentor: SVWW vor Abstieg

© imago images / HMB-Media

Lange war der SV Wehen Wiesbaden in Darmstadt auf einem guten Weg, sich vor dem letzten Spieltag der Saison alle Chancen auf den Klassenerhalt zu wahren. Doch dann kassierten das Team von Cheftrainer Rüdiger Rehm drei Gegentreffer in der letzten halben Stunde, weswegen die schwächste Abwehr der Liga nun unmittelbar vor dem Abstieg steht.

"1:0 hat uns keine Sicherheit gegeben"

Nach dem Ausgleichstreffer durch Serdar Dursun schien der Bann für den SV Darmstadt gebrochen, sodass der Klub im hessischen Nachbarschaftsduell am eine einen 3:1-Sieg einfuhr. Leidtragender war der Gast aus Wiesbaden, der durch die Niederlage nur noch theoretische Chancen auf den Klassenerhalt besitzt. "Wir sind extrem enttäuscht, das ist ganz klar", ließ sich auch SVWW-Cheftrainer Rüdiger Rehm von keinen Rechenspielen blenden. Zwar beträgt der Rückstand zum Karlsruher SC nur drei Punkte, hinzu kommt eine Tordifferenz von zehn Treffern.

Mit 62 Gegentoren stellen die Wiesbadener ohnehin die schwächste Abwehr der Liga, da konnte auch Manuel Schäffler als SVWW-Sturmspitze nichts ändern. Mit seinem 19. Saisontreffer in der 5. Spielminute brachte er seine Mannschaft zwar lange auf Siegkurs, aber am Ende reichte das nicht. Das hielt auch Rehm fest: "Wir gehen in Führung und man hatte ein bisschen das Gefühl, dass wir uns nicht trauen, weiterzumachen. Das 1:0 hat uns nicht die Sicherheit gegeben."

Wiesbadens kurzes Intermezzo

Ein Jahr nach dem Aufstieg in der Relegation muss sich der hessische Klub wohl wieder aus der 2. Bundesliga verabschieden. "Die ganze Saison war ein unglaublich harter Kampf und es steht noch ein Spiel aus, in dem wir versuchen werden, uns von unserer besten Seite zu präsentieren", zeigte sich der Cheftrainer zwar weiterhin kämpferisch, aber auch der 41-Jährige wird die Lage wohl realistisch einschätzen: Für den Klassenerhalt bräuchte es ein Wunder.

Sinnbildlich für die Saison war die Niederlage in Darmstadt. Nach der frühen Führung brach das Team am Ende auseinander. "Wir haben es uns nicht zugetraut, den Gegner ins Laufen zu bringen und ihm ein paar Körner und Energie zu nehmen, um das Ding in der zweiten Halbzeit durchzuschaukeln", resümierte Rehm das Geschehen auf dem Platz und musste ganz eindeutig feststellen: "Wir konnten uns nicht mehr so dagegen wehren, wie ich es mir gewünscht hätte." Nun werden sich die Wiesbadener auch gegen den Abstieg kaum noch wehren können.