"Wahnsinnig bitter" - Darmstadt hadert mit dem Elfmeter-Pech
Es hat nicht sollen sein für den SV Darmstadt 98. Die Hessen unterlagen im DFB-Pokal im Elfmeterschießen bei Holstein Kiel. Trotz der Enttäuschung nahmen Spieler und Trainer jedoch auch Positives mit aus der Niederlage, was nun in der Liga helfen soll.
"Viel Mut bewiesen"
In der abschließenden Lotterie hatte der SV Darmstadt das Nachsehen. Nach jeweils neun Schützen unterlagen die Hessen bei Holstein Kiel im Elfmeterschießen – im Achtelfinale des DFB-Pokals war Schluss. "Für uns ist es wahnsinnig bitter, weil wir ein richtig gutes Spiel gemacht haben", sagte Trainer Markus Anfang, für den die Begegnung auch eine Rückkehr an alte Wirkungsstätte war. Von 2016 bis 2018 war er Trainer der Kieler. "Meine Jungs haben sich gut reingekämpft. Wir haben permanent Druck ausgeübt, wussten aber um die Qualität der Kieler. Trotzdem war es Spiel auf Augenhöhe." In der Verlängerung hatte der 46-Jährige seine Spieler "sogar noch einen Tick besser" gesehen als den Gegner. Brachte am Ende aber nichts: "Leider war das Glück wie schon so oft in dieser Saison nicht auf unserer Seite."
Doch es herrschte nach dem Pokalkrimi nicht nur Enttäuschung bei den Gästen. Stürmer Serdar Dursun, der mit seinem Treffer in der 86. Minute den Ausgleich erzielt und somit für die Verlängerung gesorgt hatte, meinte, er und seine Kollegen hätten "viel Mut bewiesen, haben von Beginn an gut ins Spiel gefunden und ein offenes Spiel gestaltet". Torhüter Marcel Schuhen war "auch voller Stolz für die Leistung der Mannschaft." Das Team hätte ein "richtig gutes Spiel gemacht und deutlich gezeigt, was wir draufhaben".
Samstag gegen Nürnberg
Beim Elfmeterschießen gehöre neben dem nötigen Glück auch eine gute Vorbereitung dazu. "Ich wusste eigentlich bei allen Schützen, was passiert", so Schuhen, der trotz einiger richtiger Entscheidungen, in welche Ecke er springen soll, die Niederlage nicht verhindern konnte. "Trotzdem entscheiden die Schützen manchmal nach Gefühlslage und wählen dann eine andere Ecke. Wer bei uns verschossen hat, ist total egal. Wir sind eine intakte Mannschaft. Im Elfmeterschießen ist es normal, dass irgendwann einer nicht reingeht."
Da es laut des 28-Jährigen trotzdem "ein guter Fußballabend" war, können die "Lilien" viel für das Spiel am Samstag gegen den 1. FC Nürnberg mitnehmen. "Wir werden daraus Stärke ziehen. Wenn wir diese Leistung von heute auch in der Meisterschaft bringen, werden wir unsere Punkte holen", ist sich Trainer Anfang sicher. Mit 22 Punkten steht der SVD nur zwei Zähler vor den Nürnbergern, könnte mit einem Sieg also einen wichtigen Schritt im Tabellenkeller machen.