Walter sauer nach HSV-Sieg: "Eine Frechheit meiner Mannschaft"
Der Hamburger SV setzte sich mit einem 2:1-Sieg gegen Eintracht Braunschweig im ersten Pokalduell der neuen Saison durch, doch Cheftrainer Tim Walter war sauer. Als "Frechheit" bezeichnete der Übungsleiter den Gegentreffer und mahnte seine Mannschaft ab. Diese zeigte dann eine passende Reaktion auf dem Rasen.
"Dann habe ich den Job verfehlt"
In der 29. Spielminute klingelte es erstmals im Kasten der Braunschweiger, als der HSV im Erstunden-Duell des DFB-Pokals die Führung erzielte. Es zeichnete sich ab, dass sich der Favorit keine Blöße geben würde, obwohl der BTSV aus der 3. Liga gut mithielt. Ein bisschen zu gut, wie sich am Ende der ersten Halbzeit herausstellte. "Nach dem 1:0 haben sie es dann auch geschafft, da hatten wir nicht die Bereitschaft, das Optimum herauszuholen. Dementsprechend ist auch das Gegentor gefallen. Das darf nicht passieren", so die Analyse von Cheftrainer Tim Walter auf der Homepage der Hamburger.
Unmittelbar nach Abpfiff wählte Walter noch andere Worte, wie auch die "Bild" berichtet: "So ein Tor, wie wir es kassiert haben, ist eine Frechheit meiner Mannschaft. Das hat nichts mit dem System zu tun, sondern mit der Bereitschaft, nach hinten zu arbeiten." Ein besonderer Dorn im Auge des Coaches war die Entstehung, bei der sich der HSV durch einen Einwurf überrumpeln ließ. "Wenn ein Einwurf über mich rübergeworfen wird und ich nicht in Position komme, dann habe ich den Job verfehlt", kritisierte der 45-Jährige konsequent. Genauso stand Walter aber auch für Lob bereit: "Das habe ich den Jungs gesagt und in der zweiten Halbzeit haben sie es durch die Bank ordentlich gemacht."
Walter fordert mehr Bereitschaft
Schon früh in der Saison präsentiert sich der neue HSV-Coach damit als knallhartes Mentalitätsmonster. Auch Walter wird bewusst sein, dass die Hinrunde in den letzten drei Jahren nie das Problem an der Elbe war - aber hinten heraus ging dem HSV stets die Luft aus. Ein Punkt, an dem der 45-Jährige jetzt schon einhakt. "Die Jungs müssen die Bereitschaft entwickeln, ihr gutes Spiel über 90 Minuten zu zeigen. Dann werden wir schwer zu schlagen sein", zeigte sich Walter von der Qualität seiner Akteure überzeugt. Denn dann gibt es auch die Lorbeeren: "Wir haben viel Intensität hineingeworfen und das Tor geschossen. Die Standards haben wir danach überragend wegverteidigt."
Den Siegtreffer erzielte Robert Glatzel in der 68. Spielminute per Abstauber. Der Torschütze gestand ein, dass es auch den Fähigkeiten des Gegners geschuldet war, dass der HSV nicht richtig in den Tritt kam. "Braunschweig hat sich in jeden Ball und in jeden Zweikampf geschmissen, das hat es für uns natürlich schwer gemacht. Zumal die Braunschweiger auch noch ihre Fans im Rücken hatten", so der Stürmer. Wichtig sei nur das Weitergekommen gewesen, jetzt folgt der Fokus auf die nächste Partie. Denn am Freitag (18:30 Uhr) wird der HSV am Millerntorstadion von St. Pauli zum innerstädtischen Derby eingeladen.