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"Was sollen wir noch machen?": Hansa hadert mit Stadion-Auslastung

IMAGO / Fotostand

Während die Zweitliga-Stadien in Hamburg wieder voll ausgelastet werden können, dürfen bei Hansa Rostock aktuell immer noch nur 50 Prozent der Plätze besetzt werden. Was für Ärger beim Vorstandsvorsitzenden Robert Marien sorgt, der die Entscheidung der Politik nicht nachvollziehen kann.

 Große Nachfrage für Schalke-Spiel

Für das Spiel gegen den FC Schalke am Samstag (20.30 Uhr) hätten die Hanseaten laut Marien 50.000 Tickets verkaufen können. Um der Nachfrage halbwegs gerecht werden zu können, wurde ein Antrag gestellt, die zugelassene Zuschauerzahl von aktuell 14.500 auf 20.000 zu erhöhen. Doch dies wurde vom zuständigen Ministerium abgelehnt. Es verwies auf die bis zum 14. Oktober geltende Corona-Landesverordnung, die eine Höchstkapazität von bis zu 15.000 Personen unter Beachtung der 3G-Regelung vorsieht.

Somit könnte es erst Änderungen für das Heimspiel gegen den SV Sandhausen am 17. Oktober geben – wenn die Verordnung bis dahin gelockert wird. Was Marien nicht versteht. In Hamburg, wo die Inzidenz am Mittwoch mit 52,6 fast doppelt so hoch war wie in Mecklenburg-Vorpommern (27,5), ist nach einem Senatsbeschluss eine 100 prozentige Auslastung bei Beachtung der 2G-Regel möglich. „Wir hätten auch gern mehr Zuschauer, werden stattdessen links und rechts überholt, obwohl unsere Inzidenzwerte deutlich niedriger sind", sagte der 40-Jährige dem "Sportbuzzer".

Kompletter Verein fast durchgeimpft

Dabei sei die Kogge am 20. März noch "Vorreiter von ganz Westeuropa" gewesen. Als erster Profiklub durfte das Team von der Ostsee nach fünf Monaten wieder Zuschauer ins Stadion lassen, 702 Fans kamen damals noch in der 3. Liga beim Heimspiel gegen den Halleschen FC. "Alle haben auf uns geguckt", so Marien. Selbst im Ausland wurde darüber berichtet. "Wir hatten die meisten Spiele mit Zuschauern in Deutschland und hatten noch keinen Corona-Fall", sagte Marien. Das Vertrauen von Stadt und Land  sei "immer gerechtfertigt" gewesen. Laut zweier Umfragen seien 75 Prozent der Stadionbesucher geimpft. "Tendenz steigend. Bei der Mitgliederversammlung waren es 76,7, bei den Dauerkartenbesitzern fast 80 Prozent", erklärte Marien.

Auch die Mannschaft sei durchgeimpft, ebenfalls 90 Prozent der Mitarbeiter auf der Geschäftsstelle und über 90 Prozent im Nachwuchsbereich. "Was sollen wir denn noch machen?“, fragte der verzweifelte Marien. Denn neben einer deutlich besseren Kulisse geht es natürlich um Geld: "Uns gehen pro Spieltag 100.000 bis 200.000 Euro flöten", so die Kalkulation. Was verheerend sei: "Wir kommen aus einem Corona-Pandemie-Jahr und haben böse geblutet." Immerhin waren Spieler, Trainer und Betreuer zweimal in Kurzarbeit. Marien müsse den Angestellten "irgendwann den Weg aus der Pandemie zeigen".