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"Weiter hart arbeiten" – Leitls Forderung nach dem ersten Liga-Sieg

© IMAGO / Fotostand

Im vierten Anlauf hat Hannover 96 endlich den Bock umgestoßen und im Heimspiel gegen Jahn Regensburg den ersten Liga-Sieg eingefahren. Doch Stefan Leitl strahlte nach dem "Arbeitssieg" alles andere als Begeisterung aus, die abermals überschaubare Darbietung seiner Mannen rechtfertigte keine Jubelsprünge. 

Zieler und Abseits sichern 96 die "Null"

Stefan Leitl und Marcus Mann dürften in den letzten Tagen alle Hände voll zu tun gehabt haben, um einige Gemüter zu beruhigen und Spieler aufzubauen. Grund war der missratene Saisonstart mit nur einem Punkt der Hannoveraner im Unterhaus, der maßgeblich mit zahlreichen individuellen Aussetzern und einer wahren Gegentorflut zusammenhing. Und auch im Spiel gegen den Tabellenführer war das Defensivverhalten der Rothosen bei Weitem nicht fehlerfrei. Die kleinen, aber feinen Unterschiede: Ein aufopferungsvoller Kampf, ein starker Ron-Robert Zieler und eine gute Portion Glück führten dennoch zum dringend benötigten ersten Saisonsieg in der Liga.

Aus dem Grund gab sich Trainer Stefan Leitl, selbst erst seit gut zwei Monaten im Amt und Würden, nach dem Spiel erst gar keine Mühe Freudenstimmung aufkommen zu lassen. Insbesondere in der Phase vor der Halbzeitpause taten sich im Defensivverbund einige Löcher auf, doch zweimal der glänzend reagierende Ron-Robert Zieler und in der 39. Minute der Abseitspfiff verhinderten ein Gegentor. Und so sprach Leil von einem "sehr schwierigem Spiel, in dem wir absolut an unser Limit gehen müssen, um zu bestehen. Das haben wir nicht geschafft, das muss ich auch ganz klar sagen." Allein der Nachsatz verriet seine Unzufriedenheit über die gezeigte Leistung. Selbst seine "emotionale Ansprache" in der Pause trug zunächst keine Früchte.

Debütant Foti kam, sah und (traf)

Umso atypischer, dass ausgerechnet in der Schlussphase gegen den Tabellenführer, der bis dato noch kein Gegentor gefangen hatte, der Lucky Punch glückte. Durch ein Eigentor. Herbeigeführt durch einen Joker, Youngster und 2. Liga-Debütanten in einer Person. Es sind wohl die Geschichten, die nur der Fußball schreibt, denn Antonio Foti wechselte erst in der Sommerpause leihweise zu 96. Zuvor hatte er bei Eintracht Frankfurt in der Junioren-Bundesliga gespielt und kräftig geknipst. Und ausgerechnet dieser 18-Jährige Zypriote stand in der 83. Minute nach einer Flanke von Derrick Köhn goldrichtig und hämmerte den Ball so auf die Kiste, dass Steve Breitkreuz sich nicht mehr schnell genug ordnen konnte und der Ball von ihm ins Tor prallte.

Doch am Ende ist es im Fußball egal, wie der Sieg zustande kommt. Julian Börner sprach von einem "Abnutzungskampf" und hob heraus, dass es fürs Gefühl wichtig war, "zu null gespielt" zu haben. Das erste Mal diese Saison sei angemerkt. Und während man wahrscheinlich auch einen Tag später förmlich hören kann, wie von den 96-Profis die Felsbrocken abfallen, richtete Trainer Leitl den Blick direkt nach vorne: "Wir freuen uns, dass uns dieser Arbeitssieg gelungen ist – feiern müssen wir ihn nicht. Da bin ich auch schon beim Thema: Weiter hart arbeiten." Ende der Durchsage. Am Freitag wartet bei Aufsteiger Magdeburg der nächste Prüfstein.