Wie es beim HSV nach dem verpassten Aufstieg weitergeht

Der Hamburger SV vergab beim 1:4 in Paderborn die letzte Chance auf eine direkte Rückkehr in die Bundesliga - und wirklich überrascht schien davon niemand mehr. Dabei hat der verpasste Aufstieg drastische Konsequenzen: Sowohl im personellen als auch im finanziellen Bereich wird es beim HSV zu umfassenden Umstrukturierungen kommen.

Wolf ist kaum zu halten

Das Saisonziel war eindeutig: Aufstieg. Die Leistungen in der Rückrunde waren es jedoch auch. In der zweiten Saisonhälfte belegt der Hamburger SV einen desaströsen 16. Tabellenplatz. So überraschte es am gestrigen Sonntag auch kaum noch, dass die Rothosen beim direkten Konkurrenten aus Paderborn mit 1:4 untergingen. Damit steht fest: Der HSV muss für ein weiteres Jahr 2. Liga planen. Eine Aufgabe, die Sportvorstand Ralf Becker Sorgenfalten in die Stirn treiben dürfte. "Wir müssen klar analysieren, was uns diese Saison gefehlt hat - und diese Dinge knallhart angehen. Nächste Saison müssen wir uns über das ganze Jahr anders präsentieren. Wir haben das ganz klare Ziel aufzusteigen." Erste Konsequenz wird einem "Bild"-Bericht zufolge die Entlassung von Cheftrainer Hannes Wolf sein. Demnach soll der bereits seit Wochen in der Kritik stehende Übungsleiter spätestens nach dem letzten Saisonspiel gegen Duisburg gehen müssen.

Becker: "Jetzt müssen wir uns neu aufstellen"

Auch der Kader wird nach der Sommerpause ein anderes Gesicht haben. Zu häufig zeigte sich in den vergangenen Wochen ein Mentalitätsproblem - leichtfertig wurde eine ausgezeichnete Ausgangsposition verspielt. Beschlossene Sache sind die Abgänge von Top-Verdiener Pierre-Michel Lasogga (27) und Lewis Holtby (28). Beide Verträge laufen aus. Ebenfalls klar ist der Wechsel von Eigengewächs Fiete Arp (19), den es zum FC Bayern München zieht. Fraglich hingegen noch, wie es mit anderen potenziellen Leistungsträgern weitergeht. So konnten weder Torhüter Julian Pollersbeck (24) noch der langjährige Kapitän Gotoku Sakai (28) Impulse in den entscheidenden Spielen setzen. Wieder andere dürften angesichts der Untergangsstimmung bei den Elbestädtern fast froh sein, dass ihre HSV-Leihe endet. Orel Mangala (21) etwa wird beim VfB Stuttgart erwartet, besitzt bei den Schwaben noch Vertrag bis zum Jahr 2021.

Ebenfalls zu seinem Stammverein zurückkehren wird Hee-chan Hwang (23). Der Koreaner war mit vielen Vorschusslorbeeren aus Salzburg gekommen, enttäuschte jedoch auf ganzer Linie. Im Falle von St. Etienne-Leihe Léo Lacroix (27) steht die Entscheidung über eine Fortsetzung der Zusammenarbeit noch aus. Die Hansestädter besitzen eine Kaufoption in Höhe von 1,8 Millionen Euro. Kommen sollen hingegen weitgehend unbelastete, hungrige Profis. Sportvorstand Becker: "Wir haben ja schon Spieler verpflichtet. Jetzt haben wir Gewissheit - und jetzt müssen wir uns neu aufstellen." Bereits fix sind die Verpflichtungen von Kiels David Kinsombi (23), St. Paulis Jeremy Dudziak (23) sowie Bochums Jan Gyamerah (23). Von den Ruhrgebietlern soll außerdem der ablösefreie Angreifer Lukas Hinterseer (28) in die Hansestadt wechseln. Weitere Transfers werden durch den verpassten Aufstieg erheblich erschwert. Unklar ist derzeit noch, ob Hauptsponsor Emirates erhalten bleibt. Immerhin: Eine Fan-Anleihe über 17,5 Millionen Euro ist in trockenen Tüchern.

 

Das könnte Sie auch interessieren

Auch interessant

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"