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Wie Kauczinski die SG Dynamo Dresden retten will

© imago images / Jan Huebner

Mit Markus Kauczinski hat die SG Dynamo Dresden ihren neuen Cheftrainer vorgestellt. Wie der 49-Jährige das Tabellenschlusslicht retten will, verriet er auf der Pressekonferenz am Dienstag.

"Habe schon alles erlebt"

Vor rund einer Woche wurde Markus Kauczinski erstmals von Dynamo-Sportgeschäftsführer Ralf Minge kontaktiert, am nächsten Tag saß er bereits im Auto von Karlsruhe nach Dresden – um sich mit den SGD-Bossen über ein Engagement auszutauschen. "Die sportliche Lage ist natürlich nicht rosig. Dass sie ernst ist, weiß ich. Das habe ich schon alles erlebt", erzählte der 49-Jährige auf der Pressekonferenz, in der er als neuer Cheftrainer von Dynamo Dresden vorgestellt wurde. Damit konnte Minge eine schnelle Einigung mit seinem Wunschkandidaten erzielen, der nach eigenen Berichten die "tatsächlich erste Kontaktaufnahme" war.

Der gebürtige Gelsenkirchener will nun die neue Herausforderung in Angriff nehmen. "Es ist ja nicht auswegslos. Ich habe schon erlebt, wie sich Dinge ändern und drehen können und einzelne Aspekte schon ausschlaggebend sein können", sah Kauczinski ein solides Fundament, auf dem er aufbauen will. Flexibel wolle er an die Aufgabe herangehen: "Ich bin Trainer seit meinem 20. Lebensjahr, es gibt nichts, was ich noch nie gespielt hab. Entscheidend ist, was erfolgreich ist." Unter diesem Aspekt will der 49-Jährige seiner Mannschaft wieder einen Wohlfühlfaktor zurückgeben, damit sich daraus Stabilität entwickeln kann und wieder gepunktet wird. Die Marschroute ist klar: "Es ist immer ein Kampf, immer ein Wehren, immer etwas entstehen zu lassen und deswegen bin ich hier."

Mannschaft soll sich wohl fühlen

Dabei nimmt Kauczinski auch jeden in die Pflicht. "Jeder ist verantwortlich, jeder kann sich jetzt zeigen und aus dem Schatten herauskommen, der jetzt da war", kündigte der neue Übungsleiter ein offenes Ohr für alle Beteiligten an. Denn jeder Spieler im Kader der SGD habe schon einmal gezeigt, dass er "Fußballspielen kann und berechtigterweise in der 2. Bundesliga" sei. Natürlich könne er dabei dann auch mal emotional sein, das wolle er aber im Rahmen eines angemessenen Rahmens in der Kabine halten. "Ich erwarte das, was ich gebe. Ich bin ehrlich, offen und fair", stellte Kauczinski die Forderungen an seine Mannschaft.

Unterstützen wird ihn in der kommenden Zeit weiterhin Heiko Scholz, der zuletzt als Interimstrainer agierte. Ob und inwiefern Kauczinski dann in der Winterpause weiteres Personal ins Trainerteam holen wird, soll sich in den nächsten beiden Wochen ergeben. Darüber hinaus kündigte Ralf Minge bereits an, auch in den Kader zu investieren. "Wir werden die Dinge gemeinsam entscheiden. Ich hab Vertrauen und Ideen, man diskutiert in jede Richtung", ließ Kauczinski bereits einblicken, dass das "ganzjährige Geschäft" im Transferbereich auch schon im Hintergrund laufe – er will allerdings erst einmal die vorhandene Mannschaft kennenlernen.

"Es gibt immer einen Ausweg"

Überzeugt von einer positiven Wende unter Markus Kauczinski war vor allem der Sport-Geschäftsführer, der sich gleichzeitig auch eine Option für die Zusammenarbeit im Worst-Case-Szenario vorbehielt. "In unserer Situation ist jeder Tag kostbar und trotzdem haben wir uns die Zeit genommen, für uns die bestmögliche Entscheidung zu treffen", erklärte Minge den Vorgang, in dem man sich für Kauczinski entschieden habe. Allerdings nahm Minge auch die Mannschaft, den Verein und alle Beteiligten in die Pflicht: "Arbeit ist jetzt für alle die Überschrift."

Nach nur vier Punkten aus den letzten neun Spielen wird der neue Mann an der Dresdener Seitenlinie zwei Auswärtsfahrten nach Osnabrück und Nürnberg bestreiten. "Ich kann nichts versprechen, ich habe nichts eingeplant", gestand der 49-Jährige offen ein, doch er gibt auch zu erinnern: "Ich hatte aber immer sehr gute erste Spiele. Ich habe auch welche verloren, aber meistens gewonnen." Und auch moralisch appellierte Kauczinski an die Fans. "Es gibt immer einen Ausweg, es geht nicht um Leben und Tod. Es gilt, ein Spiel zu gestalten", wünschte sich der Übungsleiter die nötige Geduld, die der Verein brauchen wird. Die DNA des Klubs hatte er bereits verstanden: "Es ist wichtig, dass wir jetzt alles reinlegen um Dynamo zu leben und dafür zu kämpfen."