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Wiesbaden zurück in der 2. Liga – Ingolstadt steigt ab

© imago images / Jan Huebner

Der SV Wehen Wiesbaden ist nach zehn Jahren zurück in der 2. Bundesliga. Nach der 1:2-Niederlage im Hinspiel der Relegation gewannen die Hessen das Rückspiel beim FC Ingolstadt am Dienstagabend mit 3:2. Für die Schanzer geht es damit nur zwei Jahre nach dem Abstieg aus der Bundesliga noch eine Etage weiter nach unten.

Der SVWW ist wieder da

Zuletzt spielte der SV Wehen Wiesbaden zwischen 2007 und 2009 in der 2. Liga, nun sind die Hessen zurück im Bundesliga-Unterhaus. Daniel-Kofi Kyereh und Maximilian Dittgen erzielten die Tore beim 3:2-Sieg, hinzukam ein Eigentor des Ingolstädters Björn Paulsen. Damit machte der SVWW die 1:2-Pleite im Hinspiel wett und darf sich künftig wieder Zweitligist nennen, nachdem die Hessen in den vergangenen Jahren mehrfach an der Rückkehr in die 2. Bundesliga gescheitert waren.

Auch in der nun beendeten Saison lag der SVWW zunächst nicht auf Aufstiegskurs: Nach sechs Spielen stand gerade mal ein Sieg auf dem Konto, entsprechend fand sich die Elf von Trainer Rüdiger Rehm auf dem drittletzten Tabellenplatz wieder. Doch anschließend starteten die Hessen eine Serie, gewannen sechs der folgenden acht Partien und rückten nach einem 7:0-Kantersieg bei Fortuna Köln auf Rang drei vor. Anschließend ging es zwar wieder auf Platz acht runter, doch in der Rückrunde stellten die Hessen ihre Aufstiegsambitionen dann endgültig unter Beweis: Mit 43 Punkten (14 Siege, ein Unentschieden) war Wehen das beste Team der Rückrunde und zog damit verdient in die Relegationsspiele ein.

Mit 71 Toren stellte der SVWW die beste Offensive der 3. Liga, allein Manuel Schäffler (16 Tore) und Daniel-Kofi Kyereh (15 Treffer) erzielten fast die Hälfte aller SVWW-Buden. Während die Mannschaft bereits zweitligatauglich ist, wird die Brita-Arena derzeit ausgebaut, um die Mindestkapazität von 15.000 Plätzen zu erreichen. Ende 2020 soll die neue Westtribüne stehen.

FCI vor dem Scherbenhaufen

Für den FC Ingolstadt ist mit dem Abstieg dagegen der Tiefpunkt einer ohnehin enorm enttäuschenden Spielzeit erreicht. Erst zum Saisonende stimmten Ansprüche und Leistung beim FCI überein. Die Mannschaft eilte von Sieg zu Sieg und rettete sich somit noch auf den Relegationsrang – letztlich vergebens.

Vor der Saison liebäugelten nicht wenige in Ingolstadt mit der Rückkehr in die Beletage des deutschen Fußballs – dort spielten die Schanzer zuletzt zwischen 2015 und 2017. Die Vereinsführung lotste namhafte Akteure an die Donau, Cheftrainer Stefan Leitl sollte nach einer soliden Saison 2017/18 einen Aufstiegsaspiranten formen. Doch es kam anders. Ingolstadt fand sich mit null Punkten aus den ersten drei Partien schnell am Tabellenende wieder, Leitl musste gehen. Die Vereinsführung um Sportdirektor Angelo Vier hatte eine Spitzenplatzierung jedoch noch nicht aufgegeben: Mit Alexander Nouri wurde ein bundesligaerfahrener Trainer geholt. Statt des Kampfes um die sogenannte "Radkappe" stand allerdings weiterhin der Kampf um den Klassenerhalt an. Konsequenz? Nach nur acht Spielen als Verantwortlicher war auch Nouri wieder Geschichte. Sportdirektor Vier war zu diesem Zeitpunkt längst entlassen worden.

Wer nach den erneuten personellen Veränderungen mit mehr Ruhe bei den Schanzern rechnete, wurde enttäuscht. Jens Keller übernahm an der Seitenlinie – auch er wurde verschlissen. Erst unter Trainer-Rückkehrer Tomas Oral – dem vierten Coach der laufenden Saison – fing sich der FCI, erstmals brachte die Mannschaft ein wenig Konstanz auf den Rasen. Oral, der erst vor dem 28. Spieltag übernommen hatte, führte den abgeschlagenen Tabellenletzten mit fünf Siegen aus den letzten sieben Spielen noch auf den Relegationsrang.

Nach dem 2:1-Auswärtssieg im Relegations-Hinspiel war die endgültige Rettung dann tatsächlich zum Greifen nahe. Doch der FCI verfiel wieder in alte Muster und verspielte vor heimischem Publikum die große Chance auf Schadensbegrenzung: Statt Bundesliga heißt es nun 3. Liga. Die Schanzer blicken einer ungewissen Zukunft entgegen. Der mit vielen namhaften Akteuren gespickte Kader dürfte generalüberholt werden, auch rund um die Mannschaft sind tiefgreifende Veränderungen zu erwarten. Zuletzt war Ingolstadt in der Saison 2009/10 drittklassig und stieg seinerzeit über die Relegation direkt wieder auf.