Winterfazit 1. FC Heidenheim: Trotz Schwächephase im Soll
Der letztjährige Drittliga-Meister, der 1. FC Heidenheim, steht nach 19 Spieltagen im Bundesliga-Unterhaus auf dem neunten Tabellenplatz. Bisher wurden 25 Punkte gesammelt. Die meisten davon im heimischen Stadion und zu Beginn der Saison. In den letzten Partien der Winterpause mussten die Brenzstädter eine kleinere Durststrecke überstehen. Nur zwei Punkte konnte man aus den letzten fünf Partien mitnehmen. Dennoch steht der Aufsteiger sehr solide da. Im Folgenden schaut sich liga2-online.de die bisherige Saison vom 1. FC Heidenheim genauer an.
Top: Gefahr vor dem Tor
Besonders während des ersten Drittels der Saison bestach der Aufsteiger durch seine Offensivarbeit. Allen voran natürlich Kapitän Marc Schnatterer und auch Stürmer Florian Niederlechner sorgten stets für Gefahr in den gegnerischen Strafräumen. Auch wenn es spielerisch nicht immer überzeugend war, so hatte man als Anhänger des FCH stets das Gefühl, dass das Team in der Lage ist, ein oder auch sogar zwei Tore pro Spiel zu erzielen. Dabei benötigte die Offensivabteilung nicht viele Chancen.
Flop: Dezember
Ein Tief musste der 1. FCH auch überstehen. Im letzten Monat des Jahres standen vier Spiele auf dem Programm, darunter auch das so heiß erwartete Derby gegen den Nachbarn aus Aalen. Nach einer sehr schwachen Leistung musste man im Derby dann auch die erste Heimniederlage der Saison hinnehmen. Die nächsten Spielen verliefen auch nur wenig erfolgreich. Nur ein Punkt und ein einziges Tor standen am Ende auf der Habenseite. So kam für den 1. FCH die Winterpause genau zum richtigen Zeitpunkt.
Neuzugänge: Überlegte Sommertransfers
Ein glückliches Händchen bewiesen die Verantwortlichen im Sommer des vergangenen Jahres. Nach kurzen Anlaufschwierigkeiten und einer kurzen Zeit der Eingewöhnungsphase überzeugten die Neuen, fast durch die Bank weg, durch sehr solide Leistungen. Jan Zimmermann erwies sich als starker Rückhalt im Gehäuse des 1. FCH. In der Innenverteidigung konnte sich Kevin Kraus nach wenigen Spieltagen einen Stammplatz erspielen. Auf dem rechten Flügel sorgte zumeist, der aus der Regionalliga gekommene, Robert Leipertz für viel Wirbel. Adriano Grimaldi und Manuel Janzer waren oft von Verletzungen geplagt, aber zeigten schon in Ansätzen ihr Können. Philipp Riese und Michael Vitzthum haben auf ihren Positionen starke Konkurrenz und konnten bei ihren Einsätzen auch noch nicht vollends überzeugen.
Stärkster Spieler: Jan Zimmermann
Von den Leistungen kommt man um die Namen Schnatterer, Niederlechner und Kraus nicht drum herum. Dennoch erwies sich ein anderer als sehr starke Persönlichkeit. Zimmermann kam im Sommer vom Mitaufsteiger aus Darmstadt nach Heidenheim. Dort setzte er sich gegen Rouven Sattelmaier durch und stand als Nummer eins im Tor fest. Nach einigen Unsicherheiten zu Beginn der Saison gab es schon einige kritische Stimmen aus dem Umfeld. Zimmermann ließ das alles kalt und steigerte sich von Spiel zu Spiel. So konnte er einige Punkte für sein Team festhalten. Im Spiel gegen St. Pauli musste er nach einem Zweikampf mit einer Gehirnerschütterung ausgewechselt werden. Am kommenden Spieltag stand Zimmermann aber bereits wieder im Tor. Dort wusste Zimmermann schon, dass es sein vorerst letztes Spiel sein würde. Bei einer Untersuchung nach dem Spiel gegen St. Pauli wurde ein Tumor entdeckt. Dieser wurde in einer Operation entfernt. Das einst ärgerliche Foulspiel stellte sich als wahrer Glücksfall heraus. Inzwischen ist Zimmermann in der Reha und arbeitet hart dafür im Laufe der Rückrunde wieder das Tor des 1. FCH hüten zu können.
Schwächster Spieler: Philipp Riese
Während einige Neuzugänge auf sich aufmerksam machten und auch durch ihre guten Leistungen teilweise sogar überraschten. So hat man sich von Riese etwas mehr erhofft. Bei Arminia Bielefeld bereits Zweitligaerfahrung gesammelt, sollte er die zentrale im Mittelfeld der Heidenheimer stärken. Im Moment scheint Riese aber wohl nur vierte Wahl zu sein.
Fazit: Vieles richtig gemacht
Was kann man abschließend festhalten? Seit Jahren ist die Teamgeschlossenheit der Grundstein für den Erfolg der Heidenheimer. Der Stamm des Kaders wird gehalten und versucht durch überlegte Transfers einige Reizpunkte zu setzen, um einen stetigen Konkurrenzkampf auf allen Positionen zu haben. So wurden auch viele der bisher 25 Punkte erreicht. Sehr positiv ist festzuhalten, dass diese Punkte nicht irgendwie ermauert wurden. Besonders bei Heimspielen versucht man stets selbst das Spiel zu gestalten, was für einen Aufsteiger nicht gerade selbstverständlich ist.
Ausblick: Klassenerhalt eine Frage der Zeit
Sollte das Team die Schwächephase hinter sich lassen können und durch eine intensive und konzentrierte Vorbereitung wieder zu alter Stärke finden, so scheint der Klassenerhalt nur eine Frage der Zeit zu sein. Der Start in das neue Jahr wird aber alles andere als einfach. Erst muss man am Montagabend in die Allianz Arena zu den kriselnden Löwen aus München, ehe vier Tage später das erste Heimspiel ansteht. Hier erwartet man den Aufstiegsanwärter aus Karlsruhe. Wird hier bereits der Grundstein gelegt, so kann man relativ beruhigt den letzten Spielen des Jahres entgegenfiebern. Das primäre Ziel war stets der Klassenerhalt und dieser sollte nicht erst am letzten Spieltag, sondern so früh wie möglich gesichert werden.
FOTO: FU Sportfotografie