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"Wir werden nichts abschenken": Der HSV bleibt kämpferisch

© imago images / Sportfoto Rudel

Am Tag nach dem doppelten Punktverlust beim 1:1 gegen den Karlsruher SC zeigten sich HSV-Vorstand Jonas Boldt und Sportdirektor Michael Mutzel weiter kämpferisch und wollten den Aufstieg definitiv noch nicht abschreiben. Ein finanzieller Totalschaden droht aber auch bei einem Verfehlen der Ziele wohl nicht.

"Die Köpfe freibekommen"

Nach der verspielten Führung gegen den KSC am Donnerstagabend sind die direkten Aufstiegsplätze für den HSV in weite Ferne gerückt. Einen Rückstand von fünf Punkten gilt es, innerhalb dreier Spieltage aufzuholen. Und auch Platz drei ist bei zwei Punkten Vorsprung und drei Spielen mehr als die Konkurrenz aus Kiel in großer Gefahr. "Wenn wir unsere Spiele nicht gewinnen, brauchen wir nicht auf die anderen Ergebnisse zu schauen", weiß auch HSV-Sportdirektor Mutzel angesichts der Nachholspiele der KSV. In erster Linie müssen die Hamburger selbst die " Partien erfolgreich bestreiten". Am Montag habe die Mannschaft nun Zeit dafür, "die Köpfe freizubekommen", so Mutzel.

Generell spiele der Kopf derzeit seiner Ansicht nach eine größere Rolle. "Im Laufe dieser Serie haben wir schon gesehen, wie gut die Mannschaft offensiv und defensiv arbeiten kann, aktuell bekommen wir diese Qualität allerdings nicht auf den Platz", analysierte er die anhaltende Negativ-Serie. Keines der letzten fünf Spiele konnten die Rothosen siegreich gestalten – lediglich eine Ausbeute von drei Punkten steht hier zu Buche. Zu wenig für einen Auftsiegsaspiranten.

Nachhaltige Wirtschaft

Während die letzten Jahre jedoch der Aufstieg nahezu einkalkuliert schien, sei dies in dieser Spielzeit nicht unbedingt der Fall, wie HSV-Vorstand Jonas Boldt vorrechnete: "Wir haben uns im vergangenen Sommer ganz bewusst für einen Weg entschieden, der in der Vergangenheit nicht immer so praktiziert wurde. Wir haben nachhaltig geplant und Transferüberschüsse erwirtschaftet". Auch trotz der anhaltenden Corona-Krise sei der Hamburger SV "wirtschaftlich nicht so bedroht wie andere Clubs".

Zwar würde ein Aufstieg gerade in Bezug auf die lukrativen Fernsehgelder der 1. Bundesliga immens helfen, doch der "gemeinsame Weg" falle nicht vollends zusammen, wenn am Ende der Spielzeit kein Platz unter den ersten Drei stehe. Dennoch sei er "sehr enttäuscht", was die letzten Ergebnisse anbelangt und wolle da auch "nichts schönreden" und auch aufgeben war keine Option. "Wir werden nichts abschenken", betonte der 39-Jährige. Drei Spiele bleiben dem HSV nun noch Zeit, um alles für einen Aufstieg in die Waagschale zu werfen, doch ein finanzieller Kollaps scheint auch bei einem Verpassen dieses Ziels des einstigen Bundesliga-Dinos nicht zu drohen.