Würzburg legt Einspruch gegen Darmstadt-Spiel ein
Die Würzburger Kickers haben beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) fristgerecht Einspruch gegen die Wertung des Spiels gegen Darmstadt 98 eingelegt, das die Lilien am Samstag mit 2:0 gewonnen hatten.
Irreguläre Bedingungen
Wie der DFB mitteilte, habe Würzburg seinen Einspruch damit begründet, dass der Verein unter irregulären Bedingungen habe antreten müssen, da er zum Spieltermin lediglich 14 spielberechtigte Akteure habe aufbieten können. Zuvor hatte der FWK bei der DFL einen Antrag auf Verlegung des Spiels gestellt, der von der DFL jedoch abgelehnt worden war. "Das zuständige DFB-Sportgericht hat den Würzburgern nun bis Anfang des neuen Jahres Zeit eingeräumt, ihren Einspruch detailliert auszuführen", so der DFB. Anschließend soll über den weiteren Fortgang des Verfahrens entschieden werden.
Dass Würzburg am Samstag nur 14 Spieler zur Verfügung hatte, lag an einer Corona-Quarantäne, die das Gesundheitsamt am vergangenen Mittwoch für insgesamt 14 Spieler angeordnet hatte. Zuvor war ein Physiotherapeut positiv getestet worden, das Heimspiel gegen St. Pauli konnte daher nicht stattfinden. Da das Gesundheitsamt am Donnerstag die Quarantäne für vier Spieler aber aufgehoben hatte, standen gemäß der DFL-Spielordnung ausreichend Akteure zur Verfügung.
Zur Erklärung: Abgesagt werden kann ein Spiel nur dann, wenn lediglich 16 oder wenige Spieler zur Verfügung stehen. Und da Sperren und Verletzungen als "sporttypische Sachverhalte" eingestuft und daher nicht mitgezählt werden, kamen die Kickers auf 17 Akteure. Wobei Ewerton aufgrund einer Sperre und Keanu Staude sowie Douglas wegen Verletzungen nicht im Kader standen, sodass Würzburg mit zwölf Feldspielern und zwei Keepern in die Partie gehen musste. In der Schlussphase wurde mit Eric Verstappen dann ein Torhüter als Feldspieler eingewechselt.
Erfolgssausichten ungewiss
"Durch unseren Einspruch möchten wir unsere Position nochmals klar unterstreichen, dass nicht nur für uns, sondern auch für eine überwältigende Mehrheit Fußball-Deutschlands, die Ansetzung und Durchführung des Spiels vor dem Hintergrund der Quarantäneanordnung nicht nachvollziehbar ist", so Sportvorstand Sebastian Schuppan. "Wenn zehn Spieler in Quarantäne sind - neun von ihnen zählten in der Vorwoche beim 1. FC Nürnberg zur Startelf - und wir mit einem Rumpfkader von zwölf Feldspielern und zwei Torhütern anreisen müssen, kann keine Wettbewerbsgleichheit gegeben sein."
In der aktuellen Situation erwarten der Kickers seitens der DFL "nicht nur die Positionierung, sondern auch Umsetzung der vermittelten Werte", so Schuppan. Es gebe zwar Vorgaben und Regeln, die auch ihre Berechtigung hatten, "aber unter Einsatz des gesunden Menschenverstands entzieht es sich jeder Sinnhaftigkeit, gesperrte und langzeitverletzte Spieler dem zur Verfügung stehenden Kader zuzurechnen", macht der Ex-Profi deutlich.
Inwiefern der Einspruch Aussicht auf Erfolg haben wird, ist ungewiss. Da die DFL nach ihren Statuten entschieden hat, dürften die Chancen aber eher gering sein. Entsprechend kann davon ausgegangen werden, dass die Spielwertung (2:0 für Darmstadt) bestehen bleibt.